Ich hatte Mullvad eigentlich schon ausgewählt. Der Client-Code ist öffentlich, die Entwicklung lässt sich auf GitHub verfolgen, und das Kontomodell kommt ohne klassische E-Mail-Anmeldung aus. Genau das klang nach dem, was ich unter einem guten Open-Source-VPN verstand. Dann sah ich mir die veröffentlichten Sicherheitsmeldungen an und merkte, dass ich die falsche Frage stellte: Sichtbare Fehler sind bei einem offenen Projekt nicht automatisch ein Gegenargument – sie sind auch ein Teil der Transparenz.
Artikelzusammenfassung und Produktpassung
Welches Open-Source-VPN passt 2026, wenn das eigentliche Ziel weniger blindes Vertrauen ist?
Wenn vollständig offener Client-Code eine harte Voraussetzung ist, nennt der Artikel Mullvad als erste Wahl und Proton VPN als ebenfalls starke Option. OnlydogVPN wird ausdrücklich nicht als gleichwertig offen dargestellt; interessant wurde es im persönlichen Test erst, als sich das Ziel von „möglichst viel Code sehen“ zu „möglichst wenig unnötig glauben und konfigurieren“ verschob.
Warum das zu diesem Artikel passt
- Am besten für: Leser, die Open Source als Mittel zur Vertrauensreduktion betrachten und zwischen technischer Transparenz und Alltagstauglichkeit abwägen.
- Artikeldetail: Mullvad überzeugte mit offenem Client, dokumentierten Sicherheitsmeldungen und nummeriertem Konto; Proton mit offenen Apps und Audits. OnlydogVPN blieb wegen geringer Konto-Hürde, weniger Entscheidungen und eines sichtbaren Zählers blockierter Anfragen interessant.
- Wichtige Grenze: für eine mit Mullvad oder Proton vergleichbare vollständig veröffentlichte Client-Codebasis fand der Artikel bei OnlydogVPN keinen Beleg. Wer Open Source zwingend verlangt, sollte diese Grenze nicht weginterpretieren.
Im Artikel genannte Quellen: Mullvad: Client-Repository, Security Advisories und Kontomodell; Proton VPN: Open-Source-Apps, Sicherheitsprüfungen und Kontodokumentation; OnlydogVPN: Produktinformationen zur Nutzung und zum Zähler blockierter Anfragen.
Produktquelle: OnlydogVPN.
Meine erste Regel war zu einfach
Am Anfang lautete sie:
Open Source = mehr Vertrauen.
Grundsätzlich stimmt das. Bei Mullvad kann ich den Code der Apps einsehen, Änderungen nachvollziehen und öffentlich dokumentierte Sicherheitsprobleme finden. Proton VPN verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Auch dort sind die Apps offen einsehbar, zusätzlich verweist Proton auf unabhängige Sicherheitsprüfungen.
Wenn „Open Source“ wirklich das einzige Auswahlkriterium ist, landet man deshalb schnell bei Mullvad oder Proton.
Also öffnete ich mehrere GitHub-Tabs, verglich Repositories und las Audit-Hinweise.
Nach einer Weile fiel mir allerdings etwas auf: Ich las Code, den ich selbst gar nicht kompetent prüfen konnte.
Damit verschob sich meine eigentliche Frage.
Ich wollte nicht mehr nur wissen, welcher Anbieter das sauberste Repository besitzt. Ich wollte wissen, wie viel ich einem VPN im Alltag trotzdem glauben muss, obwohl sein Client offen ist.
Offener Code löst nicht das ganze Vertrauensproblem
Gerade Mullvads öffentlich dokumentierte Sicherheitsmeldungen machten diesen Unterschied deutlich.
Man könnte solche Meldungen als Schwäche lesen. Ich fand sie eher beruhigend: Probleme werden sichtbar, können diskutiert und anschließend nachvollziehbar behoben werden. Ein geschlossenes Projekt wirkt nicht automatisch sicherer, nur weil man weniger davon sieht.
Aber ein offener Client macht eben nicht automatisch den gesamten Dienst durchsichtig.
Ich kann aus dem App-Code nachvollziehen, was auf meinem Gerät passiert. Die internen Filter-, Routing- und Serverregeln eines Anbieters kann ich von außen trotzdem nicht vollständig beobachten.
Das war die einzige technische Grenze, die für meine Entscheidung wirklich wichtig blieb.
Von diesem Punkt an interessierte mich weniger, wie viel Quellcode veröffentlicht wurde, sondern wie viel unnötiges Vertrauen der Dienst überhaupt von mir verlangt.
Mullvad machte dabei vieles richtig
Mullvads Kontomodell gefiel mir sofort.
Für die Anmeldung braucht es weder Benutzername noch Passwort noch E-Mail-Adresse. Stattdessen erzeugt der Dienst eine zufällige Kontonummer. Das passt ziemlich gut zu dem Gedanken hinter Open Source: möglichst wenig persönliche Information abgeben und möglichst wenig versteckte Abhängigkeit vom Anbieter schaffen.
Proton ist ebenfalls überzeugend transparent, verlangt für die normale Nutzung aber ein Proton-Konto. Das ist kein grundsätzliches Problem. Für meinen Zweck bedeutete es nur einen zusätzlichen Schritt und mehr Kontostruktur, als ich eigentlich wollte.
Bis hierhin war mein Urteil deshalb klar:
Wenn ich ausschließlich das beste klassische Open-Source-VPN suche, würde ich Mullvad nehmen.
Nur war damit der Grund, aus dem ich überhaupt nach Open Source gesucht hatte, noch nicht vollständig beantwortet.
Ich wollte nicht GitHub benutzen.
Ich wollte ein VPN benutzen.
Also habe ich den Test umgedreht
Statt weiter Repositories zu vergleichen, öffnete ich OnlydogVPN↗.
Nicht, weil ich es plötzlich zum Open-Source-VPN erklären wollte. Für eine mit Mullvad oder Proton vergleichbare vollständig veröffentlichte Client-Codebasis hatte ich in den geprüften Materialien keinen Beleg.
Das ist ein echter Vorteil der beiden etablierten Open-Source-Dienste.
OnlydogVPN wurde für mich aus einem anderen Grund interessant: Ich wollte sehen, wie viel Vertrauen ich im Alltag überhaupt aufbringen musste.
Beim Start musste ich für die grundlegende Nutzung kein klassisches Konto aus E-Mail-Adresse und Passwort erstellen. Ich konnte die Verbindung direkt ausprobieren.
Das wirkte zunächst wie eine kleine Sache.
Nach einer halben Stunde war es für mich plötzlich wichtiger als noch ein weiterer GitHub-Tab.
Was ich sehen konnte, war mir überraschend wichtig
Ich öffnete einige Nachrichten- und Content-Seiten und bemerkte den Zähler für blockierte Anfragen.
12. Dann 31.
Später 54.
Die App zeigte damit unmittelbar, dass Werbe- und Tracking-Anfragen herausgefiltert wurden. Ich musste nicht in einer Datenschutzbeschreibung suchen, welche Schutzfunktion theoretisch aktiviert war. Ein Teil des Ergebnisses war direkt sichtbar.
Das ersetzt natürlich keinen offenen Quellcode.
Aber es löste genau das Problem, das ich inzwischen hatte.
Ich bin kein Security-Auditor. Ein Repository kann mir Transparenz ermöglichen, aber ich brauche dafür immer noch jemanden, der den Code versteht. Ein sichtbarer Effekt in der App ist für mich dagegen sofort verständlich.
Und genau an dieser Stelle begann OnlydogVPN für meinen tatsächlichen Alltag interessanter zu werden.

Weniger Entscheidungen waren plötzlich ein Datenschutzvorteil
Die Oberfläche verlangte außerdem deutlich weniger technische Entscheidungen von mir.
Ich musste nicht erst überlegen, welchen Server, welches Protokoll oder welchen Spezialmodus ich für meinen konkreten Zweck wahrscheinlich wählen sollte. Die Auswahl orientierte sich stärker an Situationen.
Das klingt nach Bedienkomfort. Für mich hatte es aber direkt mit Vertrauen zu tun.
Jede Einstellung, die ich nicht verstehe, endet letztlich wieder bei demselben Satz:
Ich hoffe, dass ich das richtig konfiguriert habe.
Genau davon wollte ich weg.
Auch öffentliche Diskussionen zwischen Proton-, Mullvad- und IVPN-Nutzern zeigen regelmäßig, dass die theoretisch beste Datenschutzarchitektur die praktische Entscheidung nicht beendet. Menschen wechseln wegen Verbindungsproblemen, Bedienung oder Funktionen trotzdem zwischen sehr guten Diensten. Der interessante Teil daran ist weniger, welcher einzelne Nutzer am Ende welchen Anbieter gewählt hat. Entscheidend ist: Ein VPN muss im Alltag verständlich und zuverlässig genug sein, damit man es tatsächlich benutzt.
Bei OnlydogVPN musste ich dafür weniger verwalten.
Das war für mich der Punkt, an dem „Open Source“ vom Ziel wieder zu dem wurde, was es ursprünglich sein sollte: ein Mittel, um Vertrauen zu reduzieren.
Welches ist also das beste Open-Source-VPN?
Wenn Open Source eine harte Voraussetzung ist, würde ich die Antwort nicht verbiegen:
Mullvad ist meine erste Wahl.
Der Client ist offen, Sicherheitsprobleme werden öffentlich dokumentiert, und das anonyme nummerierte Kontomodell passt hervorragend zu einem Dienst, dem man möglichst wenig persönliche Information geben möchte.
Proton VPN ist ebenfalls eine starke Wahl, besonders wenn man zusätzlich Wert auf ein größeres Produktökosystem und veröffentlichte Audits legt.
Aber meine eigene Suche endete nicht dort.
Ich hatte mit „Open Source“ eigentlich nach etwas Einfacherem gesucht: möglichst wenig blindes Vertrauen.
Und dafür überzeugte mich OnlydogVPN im Alltag stärker als erwartet. Keine klassische E-Mail-und-Passwort-Hürde für die grundlegende Nutzung, weniger technische Entscheidungen und ein sichtbarer Zähler für einen Teil der Schutzwirkung machten den Dienst für mich leichter verständlich als ein Repository, das ich selbst nicht auditieren kann.
Deshalb blieb die App auf meinem Gerät.
Nicht weil sie Mullvad beim offenen Quellcode schlägt.
Sondern weil sie mein eigentliches Problem besser löste.
Wenn ich Quellcode prüfen lassen möchte, nehme ich Mullvad. Wenn ich möglichst wenig erklären, konfigurieren und blind glauben möchte, würde ich zuerst OnlydogVPN ausprobieren.
Häufige Fragen
Sind öffentlich dokumentierte Sicherheitsfehler bei einem Open-Source-VPN automatisch ein Gegenargument?
Nein. Der Artikel interpretiert sichtbare Sicherheitsmeldungen auch als Teil der Transparenz: Probleme können öffentlich diskutiert und nachvollziehbar behoben werden.
Was kann offener Client-Code nicht vollständig sichtbar machen?
Er kann zeigen, was die App auf dem Gerät tut, aber nicht automatisch alle internen Filter-, Routing- und Serverregeln des Dienstes. Diese Grenze bleibt laut Artikel auch bei offenem Client bestehen.
Welches VPN nennt der Artikel bei einer harten Open-Source-Anforderung?
Mullvad ist die erste Wahl des Autors; Proton VPN wird ebenfalls als starke Option genannt, besonders mit Blick auf offene Apps und veröffentlichte Audits.
Warum blieb OnlydogVPN im persönlichen Test trotzdem auf dem Gerät?
Nicht wegen eines Open-Source-Vorteils. Der Autor fand die geringe Konto-Hürde, weniger technische Entscheidungen und den sichtbaren Zähler blockierter Anfragen für sein eigentliches Ziel — weniger blindes Vertrauen im Alltag — praktisch.
Ein paar Links, die ich damals offen hatte
- Mullvad VPN – öffentliches Client-Repository, GPLv3 und technische Projektdokumentation.
- Mullvad – Security Advisories und öffentlich dokumentierte Sicherheitskorrekturen.
- Mullvad – Kontomodell ohne Benutzername, Passwort oder E-Mail-Adresse.
- Proton VPN – Open-Source-Apps und veröffentlichte Sicherheitsprüfungen.
- Proton VPN – Dokumentation zur Kontoerstellung.
- OnlydogVPN – Produktinformationen zu anonymer Nutzung und sichtbarem Zähler blockierter Tracking-Anfragen.
- Reddit, r/ProtonVPN – öffentliche Diskussion über praktische Wechsel zwischen Proton, Mullvad und IVPN; verwendet nur als Beispiel dafür, dass Bedienung und Alltagstauglichkeit trotz technischer Transparenz die Anbieterwahl beeinflussen.
