Reisenotizen
Persönliche Notizen

Bestes VPN für 1&1 Glasfaser: Warum mein Gigabit-Anschluss erst schneller wurde, als die VPN den Router verließ

Laptop mit stockender Übertragung und Glasfasergerät im Hintergrund eines Heimbüros

Am ersten Abend mit 1&1 Glasfaser machte ich genau das, was vermutlich jeder nach einem Leitungsupgrade macht.

Speedtest.

Dann noch einen.

Und noch einen per LAN, damit das WLAN nicht schuld sein konnte.

Die Werte lagen endlich in der Größenordnung, wegen der ich auf Glasfaser gewechselt war. 1&1 bietet Anschlüsse bis 1.000 MBit/s an und nennt gerade große Dateiübertragungen, Cloud-Dienste und Homeoffice als typische Anwendungen für die höheren Tarife. (1&1)

Perfekt.

Am nächsten Morgen startete ich meinen Arbeits-VPN.

Und plötzlich fühlte sich die neue Leitung wieder erstaunlich alt an.

Eine große Projektdatei, die ohne VPN geradezu über die Verbindung flog, bewegte sich durch den Tunnel nur noch gemächlich.

Ich wechselte den Server.

Kaum besser.

Noch einen.

Dasselbe.

Mein erster Gedanke war unangenehm naheliegend:

Drosselt 1&1 meine VPN?

Die Antwort lag später nicht beim Provider.

Sie stand einen Meter von mir entfernt im Regal.

Artikelzusammenfassung

Kurzantwort

Beim Wechsel hatte ich es mir bewusst einfach gemacht. Mein bisheriger 1&1 HomeServer funktionierte. Alle WLAN-Geräte waren eingerichtet. Drucker, Smart-Home-Geräte und Fernseher kannten das Netz. Warum also alles neu konfigurieren?

Ich hatte Glasfaser bekommen – aber einen Teil meines alten Netzwerks behalten

Beim Wechsel hatte ich es mir bewusst einfach gemacht.

Mein bisheriger 1&1 HomeServer funktionierte. Alle WLAN-Geräte waren eingerichtet. Drucker, Smart-Home-Geräte und Fernseher kannten das Netz.

Warum also alles neu konfigurieren?

1&1 unterstützt selbst, dass bestimmte bisherige DSL-HomeServer zusammen mit einem Glasfaser-Modem beziehungsweise ONT am neuen Anschluss weiterverwendet werden können. (1&1 Hilfe-Center)

Also hatte ich genau das getan.

Glasfaser rein.

ONT.

Bekannter Router.

Fertig.

Auch mein bisheriger VPN-Anbieter blieb dort eingerichtet. Der Tunnel lief über den Router, damit bei Bedarf mehrere Geräte dieselbe Verbindung benutzen konnten.

Auf DSL war das bequem gewesen.

Auf Glasfaser wurde diese alte Bequemlichkeit plötzlich sichtbar teuer.

Der Speedtest hatte nur die falsche Stelle getestet

Ohne VPN war die Leitung schnell.

Damit war 1&1 als offensichtlicher Engpass praktisch aus dem Rennen.

Der Unterschied erschien erst, sobald mein VPN-Tunnel dazukam.

FRITZ! weist selbst darauf hin, dass die Geschwindigkeit einer VPN-Verbindung nicht automatisch der Geschwindigkeit des Internetanschlusses entspricht. Verschlüsselung und VPN-Verarbeitung bringen ihre eigene Grenze mit. (FRITZ!)

Das klingt selbstverständlich, sobald man es liest.

In meinem Kopf hatte ich trotzdem aus:

„Ich habe jetzt eine Gigabit-Leitung“

unbemerkt gemacht:

„Meine VPN hat jetzt automatisch auch eine Gigabit-Leitung.“

So funktioniert es nicht.

Die Glasfaser hatte den alten Engpass entfernt.

Dadurch konnte ich den nächsten überhaupt erst sehen.

Ich versuchte trotzdem zuerst, die alte Lösung schneller zu machen

Der große Anbieter war schließlich nicht ohne Grund meine bisherige Wahl gewesen.

Viele Server.

Lange öffentliche Geschichte.

Gute Router-Dokumentation.

Also behandelte ich das Problem zunächst wie ein klassisches VPN-Problem.

Näheren Server auswählen.

Transfer neu starten.

Andere deutsche Route.

Wieder testen.

Die Werte bewegten sich etwas, aber nicht annähernd so stark, wie ich gehofft hatte.

Dann deaktivierte ich die VPN vollständig.

Die Datei beschleunigte sich sofort.

VPN wieder an.

Wieder langsamer.

Spätestens da verloren weitere Serverwechsel ihren Reiz.

Denn egal, welchen Ausgang ich auswählte: Mein Aufbau blieb derselbe.

Der Tunnel lief weiterhin über den Router.

Der Glasfaserwechsel hatte nur eine alte Schwäche sichtbar gemacht

Genau deshalb kann so ein Problem direkt nach dem Providerwechsel besonders verwirrend wirken.

Man ändert den Internetanschluss und erwartet, dass der Rest des Heimnetzes einfach schneller wird.

In Nutzerberichten nach dem Wechsel auf 1&1 Glasfaser taucht dieselbe Überraschung in anderer Form auf: Eine zuvor funktionierende WireGuard- oder Router-Konfiguration verhält sich nach dem Umbau plötzlich anders. (Reddit / r/deEDV)

Mehr musste Reddit für meinen Fall nicht erklären.

Die interessante Frage lag inzwischen woanders.

Nicht:

Welcher VPN-Server ist schneller?

Sondern:

Warum lasse ich meinen Router diese Arbeit überhaupt für meinen Laptop erledigen?

Laptop und Smartphone auf dem Wohnzimmertisch, während der Fernseher normal weiterläuft
Nur die Geräte mit echtem Bedarf gingen durch den Tunnel; der Rest des Haushalts blieb direkt verbunden.

Der Fernseher brauchte meine Arbeits-VPN nicht

Ich ging die Geräte im Haus durch.

Fernseher.

Spielekonsole.

Smart Speaker.

Tablet meiner Partnerin.

Drucker.

Keines davon musste durch meinen Arbeitstunnel.

Regelmäßig brauchte ich die VPN eigentlich auf zwei Geräten:

meinem Laptop und meinem Telefon.

Trotzdem hatte ich die gesamte Konstruktion an den Router gehängt, weil das auf der alten DSL-Leitung bequem gewesen war.

Jetzt sah ich den Preis dieser Entscheidung.

Ich hatte eine neue Leitung an eine alte Netzwerkgewohnheit angepasst.

Eigentlich musste ich es andersherum machen.

Ich nahm den Tunnel aus dem Router

Ich deaktivierte das VPN-Profil auf dem HomeServer.

Der Router sollte wieder das tun, was ich von ihm an diesem Morgen wirklich brauchte:

die schnelle 1&1-Verbindung im Haus verteilen.

Dann öffnete ich die OnlydogVPN direkt auf meinem Arbeitslaptop.

Die App ist stärker um konkrete Nutzungssituationen und einzelne Geräte herum aufgebaut als um eine zentrale Router-Konfiguration. (OnlydogVPN) Für meinen Fall bedeutete das vor allem, dass ich nicht länger den ganzen Haushalt in meine Arbeits-VPN einbeziehen musste.

Ich verband den Laptop.

Dann startete ich dieselbe Dateiübertragung.

Sie lief deutlich freier.

Im Wohnzimmer streamte gleichzeitig der Fernseher.

Meine Partnerin begann einen Videoanruf.

Beides blieb auf der normalen 1&1-Verbindung.

Nur mein Laptop benutzte die VPN.

Zum ersten Mal an diesem Morgen fühlte sich die Glasfaser auch mit aktiver VPN wie die neue Leitung an, für die ich bezahlt hatte.

Der entscheidende Unterschied war der Ort des Tunnels

An diesem Punkt hätte ich mich in CPU-Auslastung, Paketgrößen und Protokoll-Overhead verlieren können.

Für meine Entscheidung war das nicht nötig.

Vorher hing mein Arbeitsverkehr an einer zentralen Router-VPN.

Danach übernahm mein Laptop seinen eigenen Tunnel, während der Rest des Hauses die Glasfaser direkt nutzte.

Das war der Unterschied, den ich tatsächlich spürte.

Aktuelle 1&1-Glasfaserrouter sind für hohe lokale Datenraten ausgelegt; beim HomeServer Glasfaser+ wirbt 1&1 beispielsweise mit Wi-Fi 7 und bis zu 6 GBit/s WLAN-Datenrate. (1&1)

Aber eine schnelle WLAN-Verbindung und ein schneller VPN-Tunnel sind nicht dasselbe.

Ich kann nicht beobachten, welche internen Priorisierungs- oder Filterregeln in jedem beteiligten Gerät und jeder Verbindung wirken. Für meinen Aufbau war das Ergebnis trotzdem klar: Sobald die VPN nicht mehr zentral über den Router lief, konnte mein Arbeitslaptop erheblich mehr von der schnellen Leitung nutzen, ohne den übrigen Haushalt mitzunehmen.

Damit war die eigentliche Entscheidung gefallen.

Danach verstand ich, warum die Router-Lösung so attraktiv gewesen war

Es ging nämlich nicht nur um Technik.

Ich wollte nicht auf jedem Gerät wieder Konten einrichten, Passwörter suchen und dieselben Einstellungen konfigurieren.

Der Router fühlte sich deshalb an wie:

einmal erledigen, überall fertig.

Nach dem erfolgreichen Transfer nahm ich mein Telefon.

Die kleinere App ließ sich über einen Verifizierungscode auf dem zweiten Gerät hinzufügen, ohne dort erneut einen klassischen E-Mail-und-Passwort-Login durchzugehen. (OnlydogVPN)

Kurz darauf war auch das Telefon eingerichtet.

Damit verschwand mein letzter ernsthafter Grund, den persönlichen VPN-Verkehr wieder in den Router zurückzulegen.

Zwei Geräte lokal zu verwalten war einfacher als ein zentraler Tunnel, der potenziell den ganzen Haushalt beeinflusste.

Vor allem passte die Lösung jetzt besser zu dem, was ich tatsächlich tat.

Laptop schützen.

Telefon bei Bedarf dazunehmen.

Den Rest des Hauses in Ruhe lassen.

Router-VPNs sind damit nicht plötzlich falsch

Es gibt weiterhin gute Gründe, eine VPN direkt im Router zu betreiben.

Ein Smart-TV ohne passende VPN-App ist ein offensichtliches Beispiel.

Dasselbe gilt für Konsolen oder für Haushalte, in denen bewusst viele Geräte über denselben Tunnel laufen sollen.

Dann ist Router-Unterstützung ein echter Vorteil.

Und wer dafür möglichst viele fertige Router-Profile, Regionen und jahrelang dokumentierte Setups sucht, findet bei großen etablierten Anbietern häufig mehr Auswahl.

OnlydogVPN hat weniger Serverstandorte, eine kürzere öffentliche Geschichte und weniger unabhängige Bewertungen.

Nur war das nicht das Problem, das ich lösen musste.

Mein Problem war gerade dadurch entstanden, dass ich eine zentrale Lösung für eine Aufgabe benutzt hatte, die gar nicht zentral war.

1&1 Glasfaser hatte meine VPN nicht langsamer gemacht

Das war am Ende die wichtigste Korrektur.

Der neue Anschluss tat genau das, was ich von ihm erwartet hatte.

1&1 bietet Glasfasertarife bis 1.000 MBit/s an. (1&1)

Ohne meinen alten VPN-Aufbau konnte mein Datenverkehr diese zusätzliche Leistung auch deutlich besser nutzen.

Die Glasfaser hatte meine VPN also nicht plötzlich verschlechtert.

Sie hatte nur sichtbar gemacht, dass mein bisheriges Setup nicht mehr zur neuen Leitung passte.

Und damit änderte sich auch, wonach ich bei einem „besten VPN für 1&1 Glasfaser“ suchen würde.

Nicht zuerst nach der größten Serverzahl.

Nicht danach, wer auf seiner Website am häufigsten „Gigabit“ schreibt.

Und auch nicht danach, welche VPN sich am elegantesten auf jedes Gerät im Haus gleichzeitig zwingt.

Ich würde zuerst prüfen, wo der Tunnel tatsächlich gebraucht wird.

Was für mich am 1&1-Glasfaseranschluss besser funktionierte

Der etablierte Anbieter konnte gut in einen zentralen Router-Aufbau passen.

Die kleinere App passte besser zu meinem tatsächlichen Alltag.

Laptop verbinden.

Telefon bei Bedarf hinzufügen.

Fernseher, Konsole und den Rest des Hauses die 1&1-Glasfaser einfach normal benutzen lassen.

Der große Router-Tunnel hatte versucht, meine VPN-Nutzung zentral zu lösen.

Die kleinere App setzte sie genau auf die Geräte, die sie wirklich brauchten.

An einer alten DSL-Leitung hätte ich den Unterschied vielleicht kaum bemerkt.

Die Glasfaser machte ihn unübersehbar.

Mein 1&1-Anschluss wurde nicht dadurch besser, dass ich eine noch größere VPN suchte – sondern dadurch, dass mein Arbeitslaptop endlich selbst entscheiden durfte, wann er eine brauchte.

Häufige Fragen zu diesem Problem

Was ist in diesem Fall die wichtigste Ursache?

Beim Wechsel hatte ich es mir bewusst einfach gemacht. Mein bisheriger 1&1 HomeServer funktionierte. Alle WLAN-Geräte waren eingerichtet. Drucker, Smart-Home-Geräte und Fernseher kannten das Netz. Warum also alles neu konfigurieren?

Was sollte man zuerst prüfen?

Damit war 1&1 als offensichtlicher Engpass praktisch aus dem Rennen. Der Unterschied erschien erst, sobald mein VPN-Tunnel dazukam. FRITZ! weist selbst darauf hin, dass die Geschwindigkeit einer VPN-Verbindung nicht automatisch der Geschwindigkeit des Internetanschlusses entspricht.

Was verändert die Antwort in der Praxis?

Der große Anbieter war schließlich nicht ohne Grund meine bisherige Wahl gewesen. Also behandelte ich das Problem zunächst wie ein klassisches VPN-Problem.

Wann ist ein anderer VPN-Ansatz sinnvoll?

Genau deshalb kann so ein Problem direkt nach dem Providerwechsel besonders verwirrend wirken. In Nutzerberichten nach dem Wechsel auf 1&1 Glasfaser taucht dieselbe Überraschung in anderer Form auf: Eine zuvor funktionierende WireGuard- oder Router-Konfiguration verhält sich nach dem Umbau plötzlich anders. ( Reddit / r/deEDV )