VPN Praxis

Bestes VPN für die FRITZ!Box? Oft muss die VPN gar nicht auf den Router

FRITZ!Box mit separatem VPN-Gerät im Heimnetz

Bestes VPN für die FRITZ!Box? Oft muss die VPN gar nicht auf den Router

Mein Plan klang zunächst vernünftig:

Wenn eine VPN gut ist, dann ist eine VPN direkt auf der FRITZ!Box noch besser.

Laptop geschützt.
Telefone geschützt.
Fernseher geschützt.
Spielkonsole geschützt.

Alles, was sich mit dem WLAN verbindet, sollte automatisch durch denselben Tunnel gehen. Kein Einschalten auf jedem Gerät, keine vergessene Verbindung.

Also suchte ich nicht nach der besten VPN-App.

Ich suchte nach dem besten VPN für die FRITZ!Box.

Technisch war das problemlos machbar. Aktuelle FRITZ!Box-Modelle unterstützen WireGuard, und FRITZ beschreibt offiziell, wie sich der Router mit einem kommerziellen VPN-Anbieter verbinden lässt. Dabei kann entweder der gesamte IPv4-Verkehr oder nur der Verkehr ausgewählter Geräte durch den Tunnel laufen.

Ich lud also die WireGuard-Konfiguration eines großen VPN-Anbieters herunter, importierte sie und aktivierte die Verbindung.

Die öffentliche IP änderte sich.
Der Laptop ging über die VPN.
Das Telefon auch.
Der Fernseher ebenfalls.

Alles funktionierte genau so, wie ich es eingerichtet hatte.

Und ungefähr eine Stunde später wollte ich es wieder abschalten.

Kurzfassung und Einordnung

Worauf kommt es bei Bestes VPN für die FRITZ!Box? Oft muss die VPN gar nicht auf den wirklich an?

Technisch war das problemlos machbar. Aktuelle FRITZ!Box-Modelle unterstützen WireGuard, und FRITZ beschreibt offiziell, wie sich der Router mit einem kommerziellen VPN-Anbieter verbinden lässt.

Was hier wichtig ist

  • An der FRITZ!Box lag es nicht. Eigentlich wollte ich nur zwei Dinge:
  • Genau hier ist die FRITZ!Box flexibler, als ich zunächst gedacht hatte. Bei einer WireGuard-Verbindung zu einem VPN-Anbieter kann ich den gesamten IPv4-Verkehr durch den Tunnel schicken – oder nur bestimmte Heimnetzgeräte auswählen.

Produktquelle: offizielle Website von OnlydogVPN

Ich hatte das falsche Problem sehr gründlich gelöst

An der FRITZ!Box lag es nicht.
Mein Denkfehler war ein anderer.
Eigentlich wollte ich nur zwei Dinge:

Auf dem Laptop wollte ich bei Bedarf eine andere Internetroute nutzen.

Und gelegentlich sollte ein zweites Gerät ebenfalls über eine VPN gehen.

Daraus hatte ich unbemerkt gemacht:

„Mein gesamtes Heimnetz braucht permanent eine kommerzielle VPN.“

Dieser Gedanke ist ziemlich verbreitet. Auch in FRITZ!Box-Diskussionen taucht die Frage auf, ob man die VPN nicht einfach zentral auf dem Router einrichtet, damit Fernseher, Computer, Smartphone und Konsole automatisch mitlaufen.

Klingt sauber.

Ist aber nicht immer nötig.

Denn eine kommerzielle VPN und die grundlegende Absicherung des Heimnetzes lösen unterschiedliche Probleme.

Die FRITZ!Box besitzt bereits eine Firewall, die unerwünschte eingehende Verbindungen aus dem Internet standardmäßig blockiert. Ich musste also nicht den gesamten Haushalt durch einen zusätzlichen VPN-Tunnel schicken, nur damit Fernseher und Konsole nicht offen im Internet stehen.

Damit wurde die Frage plötzlich viel kleiner:

Welches Gerät braucht die VPN überhaupt?

FRITZ!Box mit separatem VPN-Gerät im Heimnetz
Oft ist ein getrenntes Gerät der einfachere Weg, wenn nicht das gesamte Heimnetz durch die VPN laufen soll.

Nicht „alles durch VPN“ war die nützlichste Einstellung

Genau hier ist die FRITZ!Box flexibler, als ich zunächst gedacht hatte.

Bei einer WireGuard-Verbindung zu einem VPN-Anbieter kann ich den gesamten IPv4-Verkehr durch den Tunnel schicken – oder nur bestimmte Heimnetzgeräte auswählen.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Denn sobald der ganze Haushalt denselben VPN-Ausgang benutzt, betrifft meine Entscheidung plötzlich auch Geräte, die gar kein Problem hatten:

den Fernseher,
den Arbeitsrechner,
das Tablet meiner Partnerin,
die Spielkonsole,

und andere Geräte, bei denen ich weder einen Standortwechsel noch eine andere Route brauchte.

Je länger ich darüber nachdachte, desto weniger sinnvoll erschien mir die Volltunnel-Idee.

Ich schaltete sie wieder aus.

Und damit war mein eigentliches Ziel wieder sichtbar.

Auf meinem Laptop wollte ich selbst entscheiden, wann ich eine VPN brauche.

Dafür musste die FRITZ!Box überhaupt nichts tun.

Also setzte ich die VPN genau auf das Gerät, das sie brauchte

Ich öffnete OnlydogVPN auf dem Laptop.
Keine WireGuard-Datei in die Routeroberfläche importieren.
Keine dauerhafte Änderung für den Fernseher.

Keine Frage, ob andere Geräte im Haushalt heute ebenfalls über denselben Ausgang laufen sollen.

Ich wählte die passende Situation und verband.

Die öffentliche IP änderte sich.

Die Seiten, für die ich eine andere Route wollte, liefen darüber.

Als ich fertig war, trennte ich die Verbindung wieder.

Der Rest des Heimnetzes hatte währenddessen einfach weitergemacht wie vorher.

Das war der Moment, in dem mir klar wurde, warum meine ursprüngliche Suche in die falsche Richtung gegangen war.

Wenn nur ein Gerät die VPN braucht, ist eine gute App oft sinnvoller als eine VPN für den ganzen Router.

Nicht weil die FRITZ!Box-Lösung schlechter wäre.

Sondern weil sie viel mehr verändert, als mein Problem verlangt.

„Aber ich will doch alle Geräte schützen“

Genau dieser Gedanke hatte mich überhaupt erst zum Router gebracht.

Wenn die VPN nur auf dem Laptop läuft, geht der Fernseher schließlich ohne VPN ins Internet.

Stimmt.

Aber das ist nur dann relevant, wenn der Fernseher tatsächlich eine Aufgabe hat, für die er eine andere Route braucht.

Für den normalen Schutz vor unerwünschten eingehenden Internetverbindungen ist bereits die Firewall der FRITZ!Box da.

Eine kommerzielle VPN verändert vor allem den Weg des ausgehenden Datenverkehrs und die öffentliche IP-Adresse.

Das kann sehr nützlich sein.

Nur muss nicht automatisch jedes Gerät im Haus denselben Weg nehmen.

Bei meinem Laptop gab es einen konkreten Grund.
Bei den meisten anderen Geräten nicht.
Aus:
„Welche VPN kann meine ganze FRITZ!Box übernehmen?“
wurde deshalb:

„Welches Gerät soll gerade wirklich durch eine andere Route?“

Das war die bessere Frage.


Beim Fernseher kann die Router-VPN plötzlich sinnvoll sein

Damit war die FRITZ!Box als VPN-Lösung aber nicht erledigt.

Im Gegenteil: Für bestimmte Geräte ergibt sie sehr viel Sinn.

Ein Fernseher oder eine Spielkonsole kann zum Beispiel keine brauchbare native VPN-App anbieten. Wenn genau dieses Gerät eine andere Route benötigt, kann der Router die Aufgabe übernehmen.

Dann muss ich nicht versuchen, auf einem Fernseher Software zu installieren, die dort gar nicht vorgesehen ist.

Und ich muss trotzdem nicht den kompletten Haushalt umleiten. Bei unterstützten FRITZ!Box-Konfigurationen kann ich gezielt bestimmte Geräte über die WireGuard-Verbindung schicken.

Für mich ist das der überzeugendste Einsatz:

Ein Gerät braucht eine VPN, kann selbst aber keine vernünftig ausführen.

Fernseher.
Streamingbox.
Konsole.

Oder ein anderes Gerät, auf dem ich keine zusätzliche Software installieren kann.

Dann ist die FRITZ!Box nicht überdimensioniert.

Dann ist sie genau die richtige Stelle.

Fernzugriff ist wieder ein ganz anderes Problem

Bei meiner Suche hatte ich noch eine zweite Sache vermischt.

Viele Menschen suchen nach „VPN für FRITZ!Box“, weil sie von unterwegs ins eigene Heimnetz wollen.

Zum Beispiel zum NAS.
Zum Heimserver.
Zu Dateien im eigenen Netzwerk.
Oder zur FRITZ!Box selbst.
Dafür brauche ich keinen kommerziellen VPN-Anbieter.

Die FRITZ!Box kann selbst als WireGuard-Gegenstelle dienen, sodass sich Smartphone oder Laptop von unterwegs sicher mit dem Heimnetz verbinden.

Das ist fast die entgegengesetzte Richtung:

Beim kommerziellen VPN-Anbieter geht mein Gerät über einen fremden Ausgang ins Internet.

Beim FRITZ!Box-Fernzugriff gehe ich von unterwegs zurück nach Hause.

Beides heißt VPN.

Aber es löst nicht dasselbe Problem.

Damit hatte meine ursprüngliche Suche plötzlich drei einfache Antworten:

Von unterwegs ins eigene Heimnetz? Die eingebaute FRITZ!Box-VPN ist dafür gedacht.

Fernseher oder Konsole ohne brauchbare VPN-App brauchen eine andere Internetroute? Dann kann die VPN auf der FRITZ!Box sinnvoll sein.

Laptop oder Smartphone brauchen nur manchmal eine VPN? Dann würde ich den Router gar nicht erst zum Zentrum der Lösung machen.

Beim Laptop wurde der Vorteil unterwegs noch deutlicher

Ein paar Tage später nahm ich den Laptop mit ins Hotel.

Spätestens dort zeigte sich die Grenze meiner ursprünglichen Router-Idee.

Die sorgfältig konfigurierte FRITZ!Box stand zu Hause.
Der Laptop nicht.
Die kleine App war dagegen direkt auf dem Gerät.
Hotel-WLAN öffnen.
Passende Situation wählen.

Verbinden.

Fertig.

Damit wurde aus einem kleinen Komfortunterschied ein ziemlich grundlegender Vorteil:

Eine Router-VPN bleibt beim Router. Eine Geräte-App reist mit dem Gerät.

Für einen Laptop, der morgens zu Hause, nachmittags im Zug und abends im Hotel hängt, ist das die logischere Ebene.

Ich musste keine zweite Lösung für unterwegs suchen.

Es war dieselbe.

Welche interne Route der Dienst dabei in einer konkreten Situation auswählt, kann ich von außen nicht beobachten. Für mich war entscheidend, dass ich die benötigte Verbindung direkt auf dem Gerät herstellen konnte, ohne zuerst meine Heimnetz-Konfiguration umzubauen.

Danach fiel mir ein kleinerer Vorteil auf

Beim normalen Browsen bemerkte ich später den Blockier-Zähler der Anwendung.

Tracker- und Werbeanfragen wurden gefiltert, und ich konnte direkt sehen, dass Anfragen abgefangen wurden.

Das war nicht der Grund, weshalb ich die VPN vom Router auf den Laptop verlagert hatte.

Aber es passte zu derselben Logik.

Ich wollte Kontrolle über dieses Gerät und diesen Datenverkehr.

Nicht pauschal den Internetweg jedes Geräts im Haushalt verändern.

Die Lösung war dadurch gleichzeitig kleiner und praktischer geworden.

Die FRITZ!Box ist nicht das Problem – sie ist nur oft nicht der richtige Ort

Das sollte bei all dem nicht untergehen.

FRITZ hat seine WireGuard-Unterstützung deutlich ausgebaut. Aktuelle FRITZ!OS-Versionen unterstützen Verbindungen zu kommerziellen VPN-Anbietern ebenso wie den Fernzugriff auf das eigene Heimnetz.

Wenn ich wirklich eine Router-VPN brauche, ist die FRITZ!Box dafür heute gut aufgestellt.

Nur sollte die Entscheidung mit dem Gerät beginnen, nicht mit dem Router.

Der große VPN-Anbieter mit exportierbarer WireGuard-Konfiguration war sinnvoll, solange mein Ziel lautete:

„Diese FRITZ!Box soll dauerhaft als VPN-Client arbeiten.“

OnlydogVPN wurde für mich interessanter, als ich merkte, dass das gar nicht mein Ziel war.

Die kleinere App hat weniger Standorte und eine kürzere öffentliche Geschichte als große Anbieter. Dafür konnte ich sie genau dort einsetzen, wo mein tatsächliches Problem entstand: auf Laptop und Smartphone, nur dann, wenn ich eine andere Route brauchte.

Der Fernseher blieb in Ruhe.
Die Konsole blieb in Ruhe.
Die FRITZ!Box blieb in Ruhe.

Und sobald ich das Haus verließ, nahm ich dieselbe Lösung einfach mit.

Am Ende suchte ich also gar nicht nach dem besten VPN für die FRITZ!Box.

Ich suchte nach der einfachsten Möglichkeit, genau die Geräte umzuleiten, bei denen ich dafür einen konkreten Grund hatte.

Wenn nur Laptop oder Smartphone eine andere Route brauchen, ist das beste VPN-Setup für die FRITZ!Box oft: gar keines – und eine gute VPN-App genau auf dem Gerät, das sie wirklich braucht.

Fragen, die sich daraus ergeben

Worauf kommt es bei Bestes VPN für die FRITZ!Box? Oft muss die VPN gar nicht auf den wirklich an?

Technisch war das problemlos machbar. Aktuelle FRITZ!Box-Modelle unterstützen WireGuard, und FRITZ beschreibt offiziell, wie sich der Router mit einem kommerziellen VPN-Anbieter verbinden lässt.

Welches Kriterium zählt im Alltag am meisten?

An der FRITZ!Box lag es nicht. Eigentlich wollte ich nur zwei Dinge:

Was sollte ich praktisch testen, bevor ich mich für ein VPN entscheide?

Genau hier ist die FRITZ!Box flexibler, als ich zunächst gedacht hatte. Bei einer WireGuard-Verbindung zu einem VPN-Anbieter kann ich den gesamten IPv4-Verkehr durch den Tunnel schicken – oder nur bestimmte Heimnetzgeräte auswählen.