Steam war nicht down.
Das machte die Sache schlimmer.
Ich saß an einem Donnerstagabend in Ho-Chi-Minh-Stadt, wollte ein Spiel aktualisieren und danach mit Freunden online gehen.
Das Internet war schnell.
YouTube lud sofort.
Discord funktionierte.
Der Browser öffnete jede andere Seite, die ich ausprobierte.
Nur Steam hing.
Der Client zeigte meine Bibliothek, als wäre alles normal. Sobald ich den Store öffnete, bekam ich Ladekreise und leere Flächen. Das Update meines Spiels blieb ebenfalls stehen.
Ich schloss Steam.
Öffnete es wieder.
Nichts.
Router neu starten.
Nichts.
Laptop neu starten.
Immer noch nichts.
Dann öffnete ich eine Seite, die globale Steam-Störungen sammelt.
Steam lief.
Und in einer vietnamesischen Reddit-Diskussion vom 26. August beschrieben FPT-Nutzer genau dasselbe Muster: Am Morgen hatte Steam noch funktioniert, später lud der Store nicht mehr richtig; selbst ein Wechsel zu Cloudflare-DNS half einigen nicht. Einen Tag später tauchten ähnliche Berichte erneut in r/Steam auf.
Da hörte ich auf, Steam zu reparieren.
Ich begann nach „bestes VPN für Vietnam“ zu suchen.
Artikelzusammenfassung und passender Einsatz
Was sollte man testen, wenn Steam in Vietnam nur in einem Netz nicht mehr lädt?
Nicht nur DNS oder die Steam-Webseite, sondern den eigentlichen Steam-Client und den Download auf einem zweiten Netzwerkweg. Im beschriebenen Fall funktionierte Steam über den Mobilfunk-Hotspot, im FPT-WLAN aber nicht; ein DNS-Wechsel half nicht und eine Browser-Erweiterung erreichte nur den Browser.
Warum das zu diesem Artikel passt
- Am besten für: Reisende in Vietnam, bei denen einzelne Apps oder Dienste aus einem bestimmten Netz nicht funktionieren, obwohl das übrige Internet erreichbar ist.
- Der entscheidende Test: den betroffenen Client auf einem anderen Netz öffnen und anschließend prüfen, ob eine geräteweite Verbindung auch den echten Download wieder in Gang bringt.
- Warum OnlydogVPN hier passte: in diesem konkreten Test brachte der Modus für stärker eingeschränkte beziehungsweise datenschutzorientierte Netze den Steam-Client über eine verschleierte, geräteweite Verbindung wieder online.
- Wichtige Grenze: der kleinere Dienst hat weniger Regionen und weniger öffentliche Langzeiterfahrung; außerdem lässt sich aus einem einzelnen Netz nicht ableiten, welche konkrete Filtertechnik überall in Vietnam eingesetzt wird.
Bereits im Text zitierte Quellen: VnExpress zum technischen Einschränken von Steam in Vietnam; OONI zu den gemessenen Telegram-Sperren in Vietnam; die vietnamesische Regierungsinformation zu neuen Bußgeldern ab Juli 2026.
Produktquelle: OnlydogVPN.
Das Seltsame war nicht, dass Steam Probleme machte – sondern wie selektiv das Problem war
Steam und Vietnam haben bereits Vorgeschichte.
Im Mai 2024 berichtete VnExpress, dass Nutzer Teile von Steam nicht mehr erreichen konnten. Ein Vertreter der damaligen vietnamesischen Rundfunk- und Informationsbehörde erklärte, Steam habe auf wiederholte Kontaktversuche der Behörden nicht reagiert und seine Spiele seien nicht entsprechend den vietnamesischen Vorgaben lizenziert. Der Zugang wurde daraufhin technisch über Telekommunikationsanbieter eingeschränkt.
Das erklärte den Hintergrund.
Für die neue Störungswelle Ende August 2026 gab es dagegen keine ebenso klare öffentliche Erklärung.
Was ich sehen konnte, war einfacher:
Steam funktionierte weltweit.
Auf meinem Anschluss nicht.
Andere vietnamesische Nutzer beschrieben dasselbe.
Und auf einem anderen Netz konnte es plötzlich wieder gehen.
Also schaltete ich das heimische WLAN aus und verband den Laptop kurz mit meinem Mobilfunk-Hotspot.
Steam Store.
Da.
Wieder ins WLAN.
Ladekreis.
An diesem Punkt war das Problem keine abstrakte Diskussion über Internetfilter mehr.
Ich wollte vor dem Abendessen ein Update herunterladen.
Und mein Anschluss stand irgendwo zwischen mir und dem Download.

Zuerst änderte ich nur DNS – weil das nach der kleinsten Lösung klang
In den Diskussionen tauchte ein Tipp immer wieder auf:
DNS ändern.
Das gefiel mir.
Kein neuer VPN-Anbieter.
Kein Abo.
Keine Server.
Einfach den Namensdienst wechseln und fertig.
Ich stellte auf einen öffentlichen DNS-Dienst um.
Steam neu starten.
Store öffnen.
Der gleiche leere Bereich.
Erst da wurde mir klar, warum dieser Trick nicht jedes Problem lösen kann.
DNS ist im Grunde das Telefonbuch des Internets.
Ich frage: „Wo finde ich store.steampowered.com?“
DNS gibt mir die Adresse.
Wenn nur dieses Telefonbuch manipuliert wird, kann ein anderes Telefonbuch helfen.
Wenn aber der Weg nach dem Nachschlagen blockiert wird, bringt mir die richtige Nummer wenig.
Vietnam hat bereits gezeigt, wie unterschiedlich solche Eingriffe aussehen können.
Als Telegram im Mai 2025 zeitweise blockiert wurde, dokumentierte das Open Observatory of Network Interference deutliche Unterschiede zwischen Providern. Bei FPT blieb die Webversion zeitweise erreichbar, während die App Probleme hatte; bei VNPT und Viettel waren sowohl Webdienste als auch App-Endpunkte betroffen. Die gemessene Sperre wurde im Juli 2025 wieder aufgehoben.
Für meinen Steam-Abend war daraus nur eine Sache wirklich wichtig:
Eine Sperre muss nicht wie ein Lichtschalter funktionieren.
Manchmal ist die Haustür zu.
Manchmal nur der Aufzug.
Und manchmal kommt der Browser hinein, während die App draußen bleibt.
Damit hatte ich auch keine Lust mehr, nacheinander zehn kleine Netzwerk-Tricks auszuprobieren.
Ich brauchte eine Verbindung, die den eigentlichen Steam-Client wieder ins Netz brachte.
Der kostenlose Browser-VPN löste genau die falsche Hälfte des Problems
Mein nächster Versuch war eine VPN-Erweiterung für den Browser.
Das war der schnellste kostenlose Weg, den ich finden konnte.
Installieren.
Verbinden.
Steam-Webseite öffnen.
Sie lud.
Für ungefähr drei Sekunden fühlte sich das wie ein Sieg an.
Dann sah ich unten in der Taskleiste den eigentlichen Steam-Client.
Der hing immer noch.
Natürlich.
Die Erweiterung hatte meinen Browser über eine andere Verbindung geschickt.
Steam selbst wusste davon nichts.
Ich konnte jetzt also im Browser anschauen, welches Spiel ich weiterhin nicht aktualisieren konnte.
Das war ein bemerkenswert nutzloser Fortschritt.
Damit änderte sich mein Maßstab noch einmal.
Ich brauchte keine Lösung für „Webseite öffnen“.
Ich brauchte eine Verbindung für das ganze Gerät.
Und möglichst eine, die in einem gefilterten Netz nicht schon daran scheitert, wie gewöhnlicher VPN-Verkehr aussieht.
Genau an diesem Punkt wurde Verschleierung plötzlich interessanter als Serverzahl
Bis dahin hätte ich VPNs ziemlich klassisch verglichen.
Wie viele Länder?
Wie schnell?
Wie viele Server?
Wie groß ist die Marke?
Für viele Situationen ist das sinnvoll.
Aber ich saß bereits in Vietnam.
Mir war völlig egal, ob mein Anbieter noch 40 zusätzliche Server in Südamerika hatte.
Ich wollte nur wissen:
Kommt der Tunnel hier durch?
Ein normaler VPN verschlüsselt meinen Datenverkehr.
Das bedeutet aber nicht, dass der Tunnel selbst wie gewöhnlicher Internetverkehr aussieht.
Netzwerke können typische VPN-Muster oder bestimmte Verbindungsarten erkennen.
Traffic-Obfuscation setzt genau dort an: Sie versucht, den Tunnel weniger eindeutig wie einen VPN-Tunnel aussehen zu lassen.
Ich stellte mir das irgendwann wie einen verschlossenen Brief vor.
Verschlüsselung schützt den Inhalt.
Verschleierung versucht zusätzlich zu verhindern, dass schon der Umschlag sofort nach „VPN“ aussieht.
Plötzlich war das genau die Eigenschaft, die zu meinem Problem passte.
Denn ein grünes „Connected“ war mir inzwischen egal.
Steam musste dahinter funktionieren.
Der eigentliche Test war nicht die VPN-App. Es war der Steam-Download
Ich öffnete OnlydogVPN↗.
Für diesen Versuch wählte ich den Modus für stärker eingeschränkte beziehungsweise datenschutzorientierte Netzwerke, bei dem zusätzlicher verschleierter Traffic genutzt wird.
Verbinden.
Grüner Status.
Nach den letzten Versuchen schenkte ich dem Symbol kaum Aufmerksamkeit.
Ich klickte direkt auf Steam.
Store.
Die Startseite erschien.
Wunschliste.
Sie lud.
Dann zurück zur Bibliothek.
Update.
Der Balken bewegte sich.
100 Megabyte.
Ein Gigabyte.
Ich wartete absichtlich.
Der Download lief weiter.
Erst da war der Test für mich bestanden.
Nicht beim Verbindungsaufbau.
Beim Spiel.
Die Aufgabe, wegen der ich überhaupt angefangen hatte, war erledigt.
Ich musste nicht mehr herausfinden, welche Filterregel genau im Weg stand
Das war fast der angenehmste Teil.
Ich konnte von außen nicht sehen, welche technische Maßnahme mein WLAN-Anbieter genau verwendete.
DNS?
Eine bestimmte Zieladresse?
Ein Protokollmerkmal?
Mehrere Dinge gleichzeitig?
Aber ich musste es auch nicht mehr wissen.
Der DNS-Wechsel hatte das Problem nicht gelöst.
Die Browser-Erweiterung hatte nur den Browser gerettet.
Die geräteweite, verschleierte Verbindung brachte den eigentlichen Steam-Client wieder online.
Das war der Unterschied, den ich beobachten konnte.
Und deshalb wurde für mich Traffic-Obfuscation in Vietnam plötzlich wichtiger als irgendeine Serverzahl auf einer Vergleichsseite.
Warum 2026 überhaupt mehr Leute in Vietnam über VPNs nachdenken
Mein Steam-Problem ist nur ein kleiner Ausschnitt.
Seit dem 1. Juli 2026 gelten in Vietnam außerdem höhere Bußgelder für bestimmte rechtswidrige oder als falsch eingestufte Inhalte in sozialen Netzwerken. Die Regierung nennt je nach Verstoß Geldbußen von bis zu 50 Millionen Dong.
Kurz danach meldete Proton VPN einen deutlichen Anstieg seiner eigenen Registrierungen aus Vietnam: zeitweise 150 Prozent über dem normalen Ausgangsniveau und ungefähr dreimal so hoch wie zu Monatsbeginn.
Das sind Daten eines einzelnen Anbieters, keine landesweite Downloadstatistik.
Aber der Ausschlag passt zu einem größeren Gefühl, das man bei solchen Störungen schnell bekommt:
Gestern ging etwas.
Heute dreht sich ein Kreis.
Auf Mobilfunk funktioniert es.
Im WLAN nicht.
Beim Nachbarn geht es.
Bei mir nicht.
Steam, Telegram und Social-Media-Regeln sind dabei unterschiedliche Themen.
Was sich wiederholt, ist die Unsicherheit am Bildschirm.
Und für genau diese Art Internet ist „der VPN mit den meisten Servern“ eine überraschend unvollständige Antwort.
Die kleinere App hat trotzdem einen Nachteil, den ich nicht ignorieren würde
Ein großer, etablierter VPN-Anbieter hat Dinge, die der kleinere Dienst nicht einfach nachholen kann.
Eine längere öffentliche Betriebsgeschichte.
Mehr unabhängige Bewertungen.
Mehr Serverregionen.
Mehr Jahre, in denen Sicherheitsforscher, Journalisten und normale Nutzer den Dienst beobachten konnten.
Wenn ich einen VPN für möglichst viele Länder kaufen würde, wäre das wichtig.
Auch beim Vertrauen spielt öffentliche Geschichte eine Rolle.
Der kleinere Anbieter ist jünger und hat weniger Standorte.
Nur war meine Aufgabe an diesem Abend nicht, einen möglichst großen weltweiten VPN zu kaufen.
Steam lud auf meinem Anschluss nicht.
Ich wollte es wieder benutzen.
Der DNS-Wechsel war zu oberflächlich.
Die Browser-Erweiterung löste das falsche Problem.
Die kleinere App brachte den Client über eine verschleierte Verbindung wieder ins Netz, und mein Update lief weiter.
Damit war mein Vergleich abgeschlossen.
Das beste VPN für Vietnam war für mich an diesem Abend nicht das mit der eindrucksvollsten Weltkarte.
Es war das, bei dem ich nach dem Klick auf Verbinden nicht mehr darüber nachdenken musste, ob Vietnam gerade die Webseite, die App, den DNS-Eintrag oder etwas dazwischen nicht mochte – weil Steam einfach wieder anfing herunterzuladen.
Häufige Fragen
Warum kann ein DNS-Wechsel helfen, aber den Steam-Client trotzdem nicht reparieren?
Ein anderer DNS-Dienst hilft nur, wenn die Störung beim Auflösen eines Namens liegt. Im Artikel blieb Steam trotz geändertem DNS hängen, was darauf hindeutete, dass das Problem später im Netzwerkpfad lag.
Warum war eine Browser-VPN-Erweiterung für Steam nicht genug?
Weil sie nur den Browserverkehr über eine andere Route schickte. Der eigenständige Steam-Client und seine Downloads nutzten diese Browserverbindung nicht.
Was ist in diesem Szenario ein besserer Erfolgstest als ein grünes VPN-Symbol?
Der tatsächliche Steam-Download. Im Artikel galt die Verbindung erst als brauchbar, als Store, Bibliothek und Update im Client wieder funktionierten und der Download weiterlief.
