Der Fortschrittsbalken blieb bei 82 Prozent stehen.
Ich saß in einem ICE Richtung Hamburg und versuchte, eine Präsentation in das Kundenportal hochzuladen. Die Datei musste vor 16 Uhr dort sein. Danach begann die Sitzung, in der über das Projektbudget entschieden werden sollte.
Das WLAN-Symbol war noch zu sehen. Auch die VPN-App zeigte eine aktive Verbindung. Trotzdem bewegte sich nichts.
Ich lud die Seite neu.
Das Portal meldete mich ab.
Beim nächsten Versuch verschwand das Zug-WLAN für einige Sekunden. Mein Laptop wechselte auf den Hotspot des Telefons, das VPN zeigte „Verbindung wird wiederhergestellt“, und der Upload begann erneut bei null.
Zuerst gab ich dem WIFIonICE die Schuld. Dann dem Hotspot. Schließlich dem Laptop.
Ich trennte das VPN, verband es neu und startete den Upload ein drittes Mal. Er kam bis 34 Prozent. Dann fuhr der Zug in einen Abschnitt mit schwächerem Empfang, und das gleiche Spiel begann von vorn.
Damit war klar: Ich suchte nicht mehr nach dem schnellsten VPN. Ich brauchte eine Verbindung, die einen kurzen Netzausfall nicht wie einen vollständigen Neustart behandelte.
Die kurze Antwort
Für meinen Upload bedeutete das: Der Internetzugang unter dem VPN änderte sich, aber die geschützte Sitzung darüber blieb zusammenhängend.
Eine gute Netzabdeckung ist noch keine gleichmäßige Verbindung
Das Problem passte auffällig gut zum deutschen Sommer 2026.
Bei der zweiten bundesweiten Mobilfunkmesswoche vom 24. Juni bis 1. Juli sammelten mehr als 60.000 Menschen Messwerte an fast 20 Millionen Punkten. Die Bundesnetzagentur meldete weitere Fortschritte beim 5G-Ausbau, verwies aber weiterhin auf Bereiche ohne gute Datenverbindung. (Bundesnetzagentur)
Auf einer Versorgungskarte kann eine Bahnstrecke weitgehend mit 4G oder 5G abgedeckt aussehen. Im fahrenden Zug erlebt ein Gerät jedoch keine Karte, sondern eine schnelle Folge von Funkzellen, Tunneln, Bahnhöfen und abgeschirmten Streckenabschnitten.
Auch die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass das Internet im ICE von der Mobilfunkversorgung außerhalb des Zuges und von der Zahl der gleichzeitig verbundenen Reisenden abhängt. (Bahn) Das Bord-WLAN kann vorhandene Verbindungen bündeln. Wo kurzfristig kein stabiles Signal ankommt, kann es aber keines erzeugen.
Mein Laptop wechselte deshalb zwischen mehreren Wegen ins Internet. Mal lief die Verbindung über das Zug-WLAN, mal über den Hotspot meines Telefons. Das Telefon selbst sprang während der Fahrt zwischen Funkzellen und zeitweise zwischen 5G und LTE.
Für eine gewöhnliche Webseite bedeutete das meist nur eine kurze Pause. Für meinen VPN-Tunnel bedeutete jeder Wechsel, dass die App den neuen Weg erkennen und die geschützte Verbindung fortsetzen oder neu aufbauen musste.
Genau in diesem Zwischenraum blieb der Upload hängen.
„Automatisch neu verbinden“ bedeutete nicht „einfach weiterarbeiten“
Ich hatte mich vor der Reise bewusst für einen großen, etablierten Anbieter entschieden.
Er verfügte über jahrelange öffentliche Erfahrung, viele Bewertungen, eine große Supportorganisation und Server in zahlreichen Ländern. Zu Hause lief die Verbindung schnell und stabil. Im Hotel ebenfalls.
Im Zug zeigte sich eine andere Schwäche.
Nach jeder kurzen Unterbrechung begann die App mit dem Neuaufbau des Tunnels. Währenddessen blockierte sie den übrigen Datenverkehr, damit nichts ungeschützt weiterlief. Das war grundsätzlich sinnvoll.
Für meine Präsentation war es trotzdem verheerend.
Das Kundenportal betrachtete den unterbrochenen Upload als beendet. Nach der Wiederverbindung musste ich mich teilweise erneut anmelden, die Datei wieder auswählen und von vorne beginnen. Selbst ein grünes VPN-Symbol bedeutete nicht immer, dass bereits wieder Daten flossen.
Ich probierte einen näheren Server. Danach einen anderen Verbindungsmodus. Beim nächsten Funkloch dauerte der Neuaufbau etwas kürzer, doch der Upload brach erneut ab.
Andere Nutzer beschreiben dieselbe irritierende Situation: Nach dem Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk zeigt die App weiterhin eine VPN-Verbindung, überträgt aber erst nach einem manuellen Neustart wieder Daten. (Reddit)
Damit änderte sich mein Vergleichsmaßstab. Der große Anbieter konnte die Verbindung immer wieder neu herstellen. Mein Kundenportal brauchte jedoch keine neue Verbindung, sondern die Fortsetzung der bereits begonnenen Sitzung.
Mehr Server halfen dabei kaum. Ich brauchte keine weitere Stadt auf der Karte. Ich brauchte einen Upload, der einen kurzen Netzwechsel überlebte.
Der vierte Upload begann ohne Serverauswahl
Ich stoppte den festgefahrenen Versuch und öffnete OnlydogVPN.
Die kleinere App begann nicht mit einer Weltkarte. Sie ordnete ihre Optionen nach Situationen. Ich wählte die Einstellung für eine schwache oder wechselnde Verbindung.
Dann startete ich den Upload erneut.
Bei 41 Prozent wurde das WIFIonICE langsamer. Der Laptop wechselte wieder auf den Hotspot. Diesmal ließ ich Tastatur und VPN-App in Ruhe.
Der Fortschrittsbalken pausierte.
Dann sprang er auf 43 Prozent.
Keine neue Anmeldung. Kein Neustart der Datei. Kein weiterer Servername, den ich ausprobieren musste.
Kurz vor Lüneburg verlor das Telefon für einige Sekunden das schnelle Mobilfunksignal. Die Vorschau im Kundenportal fror ein, der Upload blieb jedoch bestehen. Als wieder Daten ankamen, lief er an derselben Stelle weiter.
Bei 100 Prozent erschien die Meldung:
Datei erfolgreich hochgeladen.
Ich öffnete die Präsentation direkt im Portal. Alle Folien waren vorhanden. Zwei Minuten später bestätigte der Kunde, dass er die Datei sehen konnte.
Das war der erste Moment auf der Fahrt, in dem ich aufhörte, die Verbindung zu verwalten.
Der Unterschied war in wenigen Sekunden sichtbar
Die technische Erklärung musste nicht länger sein als das Problem selbst.
Der Dienst verwendet einen HTTP/3-basierten Transport. Vereinfacht gesagt kann die bestehende Verbindung dadurch leichter weiterlaufen, wenn ein Gerät vom WLAN zum Mobilfunk wechselt. (IETF)
Für meinen Upload bedeutete das: Der Internetzugang unter dem VPN änderte sich, aber die geschützte Sitzung darüber blieb zusammenhängend.
Die kurze Funklücke verschwand dadurch nicht. Der Fortschrittsbalken durfte pausieren. Entscheidend war, dass er danach weiterlief, statt erneut bei null anzufangen.
Ich konnte den Netzwechsel, die gleichbleibende VPN-Ausgangsadresse und den fortgesetzten Upload beobachten. Die internen Routingentscheidungen des Dienstes konnte ich nicht einsehen.
Mehr brauchte ich in diesem Moment auch nicht. Dieselbe Datei, dasselbe Kundenportal und dieselbe ICE-Strecke hatten zuvor drei Neustarts produziert. Mit der kleineren App reichte ein Versuch.
Das Telefon wurde anschließend kein zweites Einrichtungsprojekt
Nachdem die Präsentation angekommen war, wollte ich vom Telefon aus noch eine kurze Nachricht an das Projektteam senden.
Bei meinem ersten Anbieter war das Telefon über ein normales Konto eingerichtet. Zu Hause war das kein Problem. Unterwegs bedeutete es eine weitere Kombination aus E-Mail-Adresse, Passwort und möglicher Sicherheitsabfrage.
Die kleinere App verband das zweite Gerät stattdessen über einen Bestätigungscode. Ich musste im Zug weder ein Passwort suchen noch eine neue Anmeldung auslösen.
Wenig später ging die Nachricht heraus:
„Datei ist im Portal. Ich bin ab 16 Uhr dabei.“
Das war nur eine kleine Erleichterung nach dem erfolgreichen Upload. Sie passte aber zu dem, was die Fahrt bis dahin gezeigt hatte. Unterwegs entsteht die meiste Reibung selten durch eine einzige große Störung. Sie entsteht durch mehrere kleine Unterbrechungen, die jedes Mal eine neue Anmeldung, eine neue Auswahl oder einen neuen Versuch verlangen.
Der Nachteil blieb auf der Serverkarte sichtbar
Der Dienst hat weniger Standorte, eine kürzere öffentliche Geschichte und weniger unabhängige Bewertungen als der etablierte Anbieter, den ich zuerst genutzt hatte.
Wer regelmäßig eine ganz bestimmte Stadt als Ausgangspunkt benötigt, findet bei einem großen Netzwerk mehr Auswahl. Auch die längere öffentliche Prüfung eines bekannten Anbieters bleibt ein echter Vorteil.
Das war jedoch nicht die Entscheidung, die ich im ICE treffen musste.
Der große Anbieter hatte mir viele Server gegeben und die Verbindung nach jedem Ausfall zuverlässig neu aufgebaut. Für einen laufenden Dateiupload kam dieses „neu“ zu spät: Das Portal hatte die Sitzung bereits beendet.
Die kleinere App bot weniger geografische Auswahl, hielt aber genau die Verbindung zusammen, die in diesem Moment wichtig war.
Als ich in Hamburg ausstieg, war die deutsche Mobilfunkabdeckung nicht plötzlich lückenlos geworden. Das Zug-WLAN war nicht schneller, und der Hotspot wechselte weiterhin zwischen Funkzellen.
Der Unterschied war, dass das VPN nicht mehr jede kleine Lücke in einen vollständigen Neuanfang verwandelte.
Fragen, die nach dieser Erfahrung bleiben können
Was hat das Problem tatsächlich verursacht?
Für meinen Upload bedeutete das: Der Internetzugang unter dem VPN änderte sich, aber die geschützte Sitzung darüber blieb zusammenhängend.
Warum halfen die naheliegenden Lösungen nicht?
Ich trennte das VPN, verband es neu und startete den Upload ein drittes Mal. Er kam bis 34 Prozent. Dann fuhr der Zug in einen Abschnitt mit schwächerem Empfang, und das gleiche Spiel begann von vorn.
Was sollte man zuerst prüfen?
Beim nächsten Versuch verschwand das Zug-WLAN für einige Sekunden. Mein Laptop wechselte auf den Hotspot des Telefons, das VPN zeigte „Verbindung wird wiederhergestellt“, und der Upload begann erneut bei null.
Was hat das Ergebnis schließlich verändert?
Ich öffnete die Präsentation direkt im Portal. Alle Folien waren vorhanden. Zwei Minuten später bestätigte der Kunde, dass er die Datei sehen konnte.
Was sollte man sich merken?
Als ich in Hamburg ausstieg, war die deutsche Mobilfunkabdeckung nicht plötzlich lückenlos geworden. Das Zug-WLAN war nicht schneller, und der Hotspot wechselte weiterhin zwischen Funkzellen.