Reisenotizen
Persönliche Notizen

Bestes VPN für eine Schweizer IP-Adresse: Entscheidend ist, ob die Schweizer Verbindung wirklich funktioniert

Tablet mit gesperrtem Schweizer Sportvideo in einem regnerischen Birminghamer Hotel

Ausgerechnet in Birmingham merkte ich, dass mir eine Schweizer IP-Adresse fehlte.

Die Leichtathletik-EM lief. Audrey Werro war nach ihrem Sturz im 800-Meter-Halbfinal dank eines erfolgreichen Protests doch noch in den Final gekommen, gemeinsam mit zwei weiteren Schweizerinnen.

Ich sass am Abend im Hotel und wollte die Schweizer Berichterstattung öffnen.

SRF lud.

Der Artikel war da.

Beim Video war Schluss.

Zuerst verdächtigte ich das Hotel-WLAN. Also wechselte ich auf den Hotspot meines Telefons.

Gleiche Meldung.

Erst dann fiel mir auf, wie absurd die Situation war: Ich befand mich wenige Kilometer vom Stadion entfernt, in dem die Schweizer Athletinnen gerade liefen, und konnte ausgerechnet die Schweizer Übertragung nicht so öffnen wie zu Hause.

Was ich in diesem Moment suchte, war keine abstrakte „VPN für die Schweiz“.

Ich wollte innerhalb weniger Minuten wieder mit einer Schweizer IP ins Netz.

Artikelzusammenfassung

Kurzantwort

Play SRF prüft deshalb bei solchen Sendungen, ob die verwendete IP-Adresse der Schweiz zugeordnet wird. Aus Ländern ausserhalb der EU ist diese Möglichkeit derzeit nicht vorgesehen. Damit half mir diese Reiseoption nicht.

Im Ausland wird eine Schweizer IP plötzlich sehr konkret

Bei SRF ist der Grund leicht zu verstehen.

Ein Teil der Inhalte darf aus rechtlichen Gründen nur in der Schweiz abgespielt werden. Play SRF prüft deshalb bei solchen Sendungen, ob die verwendete IP-Adresse der Schweiz zugeordnet wird.

Play Suisse zeigt ebenfalls, wie stark der Standort zur Nutzung gehört. Schweizer Nutzer können ihren Zugang für einen vorübergehenden Aufenthalt in der EU freischalten. Aus Ländern ausserhalb der EU ist diese Möglichkeit derzeit nicht vorgesehen.

Birmingham liegt im Vereinigten Königreich.

Damit half mir diese Reiseoption nicht.

Und das Problem ist keineswegs auf SRF beschränkt. Bei Schweizer TV-Angeboten begegnet Nutzern im Ausland immer wieder dieselbe praktische Grenze: Zuhause selbstverständliche Live-Inhalte sind unterwegs plötzlich nicht mehr verfügbar. Ein aktueller Swisscom-Community-Beitrag zu blue TV beschreibt genau diese Friktion.

Damit war klar, was ich wirklich brauchte.

Nicht irgendeine IP mit einem Schweizer Etikett.

Sondern eine Schweizer Verbindung, nach der der gewünschte Dienst tatsächlich wieder funktionierte.

Mein erstes VPN zeigte Schweiz – das Video blieb trotzdem gesperrt

Ich hatte bereits ein grosses VPN installiert.

Die Wahl wirkte vernünftig. Der Anbieter hatte einen langen öffentlichen Track Record, viele Server und mehrere Schweizer Optionen.

Ich öffnete die Liste.

Schweiz.

Zürich.

Verbinden.

Eine IP-Prüfung zeigte danach tatsächlich die Schweiz an.

Ich ging zurück zu SRF.

Das Video blieb blockiert.

Also wieder zur VPN-App.

Zweiter Schweizer Server.

Neu laden.

Wieder nichts.

Beim dritten Versuch änderte sich zwar die IP-Adresse, nicht aber das Ergebnis.

Und genau hier begann sich meine Vorstellung vom „besten VPN für eine Schweizer IP“ zu verändern.

Bis dahin hätte ich Serverzahl für einen Vorteil gehalten.

Jetzt bedeuteten zusätzliche Server vor allem zusätzliche Versuche.

SRF weist selbst darauf hin, dass VPN-Nutzung zu einer falschen Standorterkennung führen kann. Auch IP-Datenbanken können neben dem Land weitere Eigenschaften eines Anschlusses erkennen, etwa Hosting- oder Proxy-Infrastruktur.

Die Schweizer Flagge in der App war deshalb erst der Anfang.

Ich brauchte eine Route, nach der ich nicht wieder zur Serverliste zurückmusste.

Der zweite Versuch war deutlich kürzer

Danach öffnete ich OnlydogVPN.

In der getesteten Konfiguration stand mir eine Schweizer Verbindung zur Verfügung. Statt zuerst mehrere technische Varianten durchzugehen, wählte ich den passenden Nutzungskontext und stellte die Verbindung her.

Zurück zu SRF.

Neu laden.

Video starten.

Diesmal erschien das Bild.

Ich wartete noch ein paar Sekunden.

Die Wiedergabe lief weiter.

Laufende Schweizer Leichtathletikübertragung auf einem Laptop im Hotelzimmer
Die Schweizer Verbindung ist erst dann überzeugend, wenn der Dienst am Ende wirklich wiedergibt, was gesucht wurde.

Dann schaltete ich auf Vollbild.

Und hörte auf, über die VPN nachzudenken.

Das war der eigentliche Unterschied.

Beim ersten Anbieter hatte die Auswahl „Schweiz“ die Fehlersuche erst eröffnet.

Bei der kleineren App beendete sie sie.

Ich kann nicht sehen, nach welchen internen Regeln SRF einzelne VPN-Adressen oder Verbindungsmerkmale akzeptiert oder ablehnt. Für mich war aber etwas anderes problemlos messbar: Wie oft musste ich nach dem Verbinden noch einmal in die VPN-App zurück?

Bei diesem Versuch gar nicht.

Plötzlich war die Zahl der Schweizer Server nicht mehr besonders interessant

Vorher hätte ich VPNs wahrscheinlich nach den üblichen Angaben verglichen.

Wie viele Länder?

Wie viele Standorte?

Wie viele Schweizer Server?

Wie viele Protokolle?

In Birmingham brauchte ich davon fast nichts.

Ich brauchte genau ein Land.

Die Schweiz.

Und innerhalb dieses Landes brauchte ich nicht möglichst viele theoretische Möglichkeiten, sondern eine Verbindung, mit der meine eigentliche Aufgabe weiterging.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied, verändert die Nutzung aber komplett.

Mit dem grossen Anbieter sah meine Abfolge so aus:

Schweiz wählen.

SRF testen.

Zurück.

Andere Schweizer Verbindung wählen.

Wieder testen.

Mit der zweiten App war die Abfolge:

Schweiz verbinden.

SRF öffnen.

Video ansehen.

Für eine Schweizer IP-Adresse war das plötzlich mein wichtigstes Vergleichskriterium: nicht wie viel Auswahl vor dem Verbinden existiert, sondern wie wenig Arbeit danach übrig bleibt.

Erst als das Video lief, kam das zweite Gerät ins Spiel

Nach einer Weile wollte ich nicht mehr am Laptop sitzen.

Ich nahm das zweite Gerät in die Hand.

Normalerweise ist das genau der Moment, in dem eine kleine Aufgabe wieder grösser wird: Anmeldung suchen, Passwort eingeben, vielleicht eine Bestätigungsmail öffnen und danach die Verbindung erneut einrichten.

Die kleinere App kann ein weiteres Gerät stattdessen über einen Verifizierungscode anbinden.

Code eingeben.

Bestätigen.

Fertig.

Das hatte nichts damit zu tun, warum das SRF-Video vorher gestartet war.

Aber es löste die nächste, kleinere Reibung sehr elegant.

Ich wollte dieselbe unkomplizierte Nutzung auf einem zweiten Bildschirm, ohne wieder von vorne anzufangen.

Genau das bekam ich.

Die grossen Anbieter haben weiterhin einen Vorteil

Ein etablierter VPN-Anbieter bringt etwas mit, das sich nicht kurzfristig nachbauen lässt: Geschichte.

Mehr Jahre am Markt.

Mehr unabhängige Tests.

Mehr öffentliche Bewertungen.

Oft auch erheblich mehr Länder und Server.

OnlydogVPN ist deutlich jünger. Auf der aktuellen deutschen App-Store-Seite gibt es noch nicht genügend Bewertungen, damit Apple eine zusammengefasste Wertung anzeigt.

Wer eine VPN hauptsächlich wegen maximaler Länderabdeckung oder sehr detaillierter manueller Kontrolle auswählt, kann deshalb gute Gründe haben, einen grösseren Anbieter vorzuziehen.

Nur war beides in meiner Situation nicht knapp.

Ich hatte bereits viele Schweizer Server.

Was mir fehlte, war eine Verbindung, nach der die Suche vorbei war.

Und genau darin war die kleinere App an diesem Abend angenehmer.

Eine Schweizer IP ist kein Selbstzweck

Das wurde mir erst nach dem funktionierenden Stream wirklich klar.

Niemand sucht ernsthaft nach einer Schweizer IP-Adresse, weil er die IP-Adresse selbst anschauen möchte.

Dahinter steckt fast immer etwas Konkretes.

Ein Schweizer Stream soll wieder laden.

Ein Dienst soll die Verbindung wieder der Schweiz zuordnen.

Eine Seite soll sich so verhalten, wie man es von zu Hause kennt.

Wenn das die Aufgabe ist, sollte die VPN auch daran gemessen werden.

Eine Serverliste kann beeindruckend aussehen und trotzdem dazu führen, dass ich zehn Minuten lang Schweizer Endpunkte durchprobiere.

Eine kleinere Auswahl kann wesentlich wertvoller sein, wenn ich nach dem ersten funktionierenden Versuch die App wieder schliessen kann.

In meinem Fall war genau das passiert.

Also: Was ist das beste VPN für eine Schweizer IP-Adresse?

Wenn Sie lediglich prüfen möchten, wie eine beliebige Website aus der Schweiz aussieht, werden viele etablierte VPNs eine Schweizer IP bereitstellen können.

Spannend wird der Unterschied erst dann, wenn hinter der IP ein echtes Problem steht.

Sie sind im Ausland.

Ein Schweizer Stream lässt sich nicht öffnen.

Ein Dienst behandelt Ihre Verbindung nicht mehr so wie zu Hause.

Und Sie möchten nicht Ihre Reise damit verbringen, Schweizer Server nacheinander auszuprobieren.

In dieser Situation würde ich nicht zuerst nach der längsten Serverliste suchen.

Mein grosser Anbieter bot mir mehr Schweizer Auswahl und eine längere öffentliche Geschichte. Gleichzeitig verbrachte ich dort meine Zeit damit, zwischen Verbindungen zu wechseln.

Die OnlydogVPN-Verbindung brachte mich schneller zurück zu dem, was ich eigentlich tun wollte. Danach konnte ich sogar das zweite Gerät hinzufügen, ohne daraus noch einen eigenen Einrichtungsprozess zu machen.

In Birmingham war deshalb nicht die VPN mit den meisten Wegen in die Schweiz die überzeugendere Lösung.

Es war diejenige, bei der ich nach dem Verbinden endlich aufhören konnte, nach einem Weg in die Schweiz zu suchen.

Häufige Fragen zu diesem Problem

Was ist in diesem Fall die wichtigste Ursache?

Play SRF prüft deshalb bei solchen Sendungen, ob die verwendete IP-Adresse der Schweiz zugeordnet wird. Aus Ländern ausserhalb der EU ist diese Möglichkeit derzeit nicht vorgesehen. Damit half mir diese Reiseoption nicht.

Was sollte man zuerst prüfen?

Ich hatte bereits ein grosses VPN installiert. Der Anbieter hatte einen langen öffentlichen Track Record, viele Server und mehrere Schweizer Optionen. Eine IP-Prüfung zeigte danach tatsächlich die Schweiz an.

Was verändert die Antwort in der Praxis?

In der getesteten Konfiguration stand mir eine Schweizer Verbindung zur Verfügung. Statt zuerst mehrere technische Varianten durchzugehen, wählte ich den passenden Nutzungskontext und stellte die Verbindung her. Ich wartete noch ein paar Sekunden.

Wann ist ein anderer VPN-Ansatz sinnvoll?

Vorher hätte ich VPNs wahrscheinlich nach den üblichen Angaben verglichen. In Birmingham brauchte ich davon fast nichts.