Reisenotizen
unterwegs festgehalten

Deutsche IP-Adresse in Kroatien: Mein Handy war schon in Deutschland – mein Arbeitslaptop blieb in Istrien

Arbeitsportal auf dem Laptop blockiert, während es auf dem Telefon geöffnet ist

Der Login war richtig.
Das Passwort auch.
Die Bestätigung auf dem Handy ging durch.
Dann erschien auf meinem Laptop trotzdem:
Access blocked.

Ich saß in einer Ferienwohnung in Istrien und wollte eigentlich nur eine überarbeitete Landingpage freigeben.

Der Kunde in Hamburg wartete auf das Okay.

Die Kampagne sollte noch vor Feierabend veröffentlicht werden.

Ich war nicht heimlich in Kroatien. Die drei Tage Workation waren abgesprochen. Auch der Kunde wusste, dass ich unterwegs war.

Nur sein internes Vorschausystem wusste ebenfalls, wo ich war.
Kroatien.
Und genau das war das Problem.

Ich nahm mein Handy, öffnete meinen bisherigen VPN, wählte Deutschland und rief dieselbe Seite dort auf.

Login.
Bestätigung.
Dashboard.
Da war es.
Also dachte ich:
Gut. Dann gebe ich dem Laptop einfach das Internet meines Handys.
Hotspot an.
Laptop verbinden.
Seite neu laden.

Access blocked.
Ich öffnete einen IP-Checker.
Mein Telefon: Deutschland.
Mein Laptop: Kroatien.
Ich saß mit beiden Geräten dreißig Zentimeter voneinander entfernt am selben Tisch.

Für den Kunden befanden sie sich trotzdem in zwei verschiedenen Ländern.

Kurzfassung und Einordnung

Warum hatte mein Handy in Kroatien eine deutsche IP, der Laptop am Handy-Hotspot aber weiterhin eine kroatische?

Ein VPN auf dem Telefon bedeutet nicht automatisch, dass getetherte Geräte denselben Tunnel benutzen. In meinem Test ging das Handy über Deutschland, während der Laptop am Hotspot weiter mit kroatischer IP ins Internet kam. Die einfachere Lösung war, den deutschen VPN direkt auf dem Arbeitslaptop zu starten.

Warum das in dieser Geschichte passt

  • Passt besonders zu: Remote-Workern in Kroatien, deren Firmenportal einen deutschen Ausgang erwartet und die zunächst versuchen, den VPN des Telefons über den Hotspot weiterzureichen.
  • Wichtige Beobachtung: Standortbasierte Zugriffsregeln sind technisch üblich; deshalb kann der gleiche Login auf zwei Geräten unterschiedlich behandelt werden, wenn ihre öffentlichen IP-Adressen in verschiedenen Ländern liegen.
  • Warum OnlydogVPN hier passte: Die App direkt auf dem Laptop gab genau diesem Gerät eine deutsche Route, ohne den Umweg über VPN-Tethering; danach ließ sich das Kundenportal im beschriebenen Test öffnen.
  • Grenze: Eine deutsche IP ersetzt keine Unternehmensfreigabe und keine internen Sicherheitsregeln. Der kleinere Dienst hat außerdem weniger Regionen und weniger öffentliche Langzeiterfahrung.

Quellen aus dem Artikel: Google Android-Hilfe zum Teilen einer Mobilfunk- oder Internetverbindung; Microsoft zu Conditional Access und standortbasierten Zugriffsregeln.

Produktquelle: OnlydogVPN.

Ich hatte den Hotspot mit dem VPN verwechselt

Mein Gedanke war eigentlich ziemlich logisch.
Das Handy hat eine deutsche IP.
Der Laptop benutzt das Internet des Handys.
Also müsste der Laptop ebenfalls die deutsche IP bekommen.

Nur teilte mein Telefon in diesem Setup zwar seine Internetverbindung, aber nicht automatisch den VPN-Tunnel, den es selbst benutzte.

Ein Android-Hotspot macht im Kern genau das: Das Telefon stellt seine Mobilfunk- oder Internetverbindung anderen Geräten zur Verfügung.

Der VPN-Tunnel auf dem Telefon ist davon eine eigene Ebene.
Bei mir war das Ergebnis eindeutig.
Telefon durch den VPN:
Deutschland.
Laptop über Telefon-Hotspot:

Kroatien.
Der Hotspot war also nicht kaputt.
Er tat genau das, was er sollte.

Ich hatte nur angenommen, er würde etwas mittransportieren, das gar nicht Teil seiner eigentlichen Aufgabe war.

Damit wurde die Sache plötzlich viel klarer:
Ich brauchte keine deutsche IP irgendwo zwischen meinen Geräten.
Ich brauchte sie direkt auf dem Laptop, auf dem ich die Freigabe durchführen musste.

Dass ein Firmenportal auf Kroatien reagiert, ist technisch nichts Exotisches

Zuerst hatte ich die Meldung für einen Fehler der Kundenseite gehalten.
Vielleicht war die Session abgelaufen.
Vielleicht hatte die Anmeldung nicht richtig übernommen.
Vielleicht war die Vorschau offline.
Doch standortabhängige Zugriffsregeln sind in Unternehmenssystemen völlig normal.

Microsoft Entra kann beispielsweise sogenannte Named Locations anhand öffentlicher IP-Bereiche oder Länder definieren. Unternehmen können damit Anwendungen aus bestimmten Netzstandorten zulassen und Zugriffe aus anderen Regionen blockieren.

Für das System zählt dabei nicht, wo mein Laptop physisch auf dem Tisch steht.
Es zählt, wo seine Verbindung im öffentlichen Internet auftaucht.
Das erklärte meinen Bildschirm deutlich besser als jede weitere Fehlersuche im Browser.
Der Kunde hatte kein Problem damit, dass ich in Kroatien arbeitete.
Mein Internet war ebenfalls nicht schlecht.

Die Sicherheitsregel sah nur eine kroatische IP und tat, wofür sie eingerichtet worden war.

Eine öffentliche Diskussion aus diesem Jahr zeigte denselben praktischen Konflikt in einem anderen Fall: Ein Auftragnehmer eines deutschen Unternehmens durfte aus dem Ausland arbeiten, konnte dort aber nicht mehr auf das Firmensystem zugreifen. Die Vermutung lag nahe, dass Verbindungen außerhalb Deutschlands technisch nicht akzeptiert wurden.

Das war der entscheidende Unterschied.

Eine deutsche IP kann bei der Arbeit im Ausland durchaus nötig sein, ohne dass jemand versucht, seinen Aufenthaltsort vor dem Arbeitgeber zu verbergen.

Manchmal ist die Reise erlaubt.

Nur die technische Zugriffsliste ist enger als die Reiserichtlinie.

Kroatien war für die Arbeit eigentlich erstaunlich unkompliziert

Dass ich überhaupt noch drei Arbeitstage an den Urlaub gehängt hatte, war kein großer Plan gewesen.

Das Apartment hatte gutes WLAN.
Deutschland und Kroatien liegen in derselben Zeitzone.
Meine Termine blieben unverändert.

Und nach zwei Wochen Urlaub erschien mir die Vorstellung ziemlich vernünftig, morgens noch ein paar Stunden zu arbeiten und nachmittags wieder ans Meer zu gehen.

Ich war damit offensichtlich nicht der einzige Deutsche.

Im Juni 2026 kamen die meisten ausländischen Übernachtungen in Kroatien von Gästen aus Deutschland: rund 2,7 Millionen Nächte, mehr als ein Fünftel aller ausländischen Übernachtungen. Allein auf Istrien entfielen davon rund 1,4 Millionen.

Auch aktuelle persönliche Berichte über Remote Work an der kroatischen Küste zeigen, dass selbst Inseln und kleinere Küstenorte technisch längst brauchbare Arbeitsorte sein können. Ein IT-Berater beschrieb im Mai seine Arbeit auf Hvar und wie gut sich die lokale Infrastruktur inzwischen dafür eignete.

Genau deshalb nervte mich mein Problem so.
Das WLAN war schnell.
Der Video-Call am Vormittag hatte funktioniert.
Cloud-Dateien synchronisierten.
Nur das eine System, das ich um 16:40 Uhr tatsächlich brauchte, sagte:

Kroatien ist nicht Deutschland.

Meine erste Lösung hatte auf dem falschen Bildschirm funktioniert

Auf dem Handy war das Kundenportal offen.
Ich konnte sogar die Vorschau ansehen.
Für einen Moment überlegte ich, die Freigabe einfach dort zu erledigen.
Dann sah ich die Seite.
Vier Textvarianten.

Desktop- und Mobile-Preview.
Trackingparameter.
Ein Tabellenfeld mit den finalen Kampagnen-URLs.
Und ganz unten der Button:
Approve release.

Auf einem Telefon wollte ich das nicht blind abnicken.
Ich brauchte meinen Laptop.
Damit wurde auch klar, warum mir der funktionierende VPN auf dem Handy kaum half.
Der Tunnel war richtig.
Die deutsche IP war richtig.

Nur befand sich beides auf dem falschen Gerät.
Ich suchte kurz danach, wie sich VPN-Tethering auf dem Telefon erzwingen ließ.
Dann hielt ich inne.

Ich versuchte gerade, einen VPN vom Telefon auf den Laptop weiterzureichen, obwohl der Laptop selbst problemlos einen VPN ausführen konnte.

Das war ein komplizierter Umweg für ein sehr einfaches Ziel.

Also zog ich die deutsche IP auf das Gerät, das sie tatsächlich brauchte

Ich öffnete OnlydogVPN auf dem Laptop.

Der kleinere Dienst hat weniger Regionen als die großen internationalen Anbieter, eine kürzere öffentliche Geschichte und weniger unabhängige Langzeitbewertungen.

Wenn ich jeden Tag aus zwanzig Ländern bestimmte Städte testen müsste, wäre das ein echter Nachteil.

Heute brauchte ich aber kein weltweites Netzwerkdiagramm.

Ich brauchte Deutschland auf diesem Laptop.

Für die grundlegende Nutzung musste ich vorher kein klassisches Konto mit neuer E-Mail-und-Passwort-Kombination einrichten.

App öffnen.
Deutsche Route wählen.
Verbinden.
Dann ging ich zurück zum Kundenportal.
Ich erwartete inzwischen fast automatisch die rote Meldung.

Stattdessen kam die Startseite.
Login.
MFA.
Projekt öffnen.
Die Landingpage erschien.
Ich kontrollierte die Desktop-Version.
Dann Mobile.
Die Trackingparameter stimmten.
Ich klickte auf:

Approve release.
Der Status wechselte von:
Pending
zu:
Approved.
Zwei Minuten später schrieb der Projektleiter:
„Ist live.“
Damit war der Verbindungstest beendet.
Nicht beim IP-Checker.

Erteilte Freigabe im Arbeitsportal direkt auf dem Laptop
Die deutsche Route lag nun direkt auf dem Gerät, auf dem die Freigabe tatsächlich erfolgen musste.

Nicht beim grünen VPN-Symbol.

Bei „Approved“.

Der Unterschied war kleiner, als ich zuerst gedacht hatte

Ich hatte am Anfang geglaubt, mein Problem sei:
Wie teile ich einen VPN über einen Hotspot?
Das war die falsche Frage.
Der Hotspot musste überhaupt keinen VPN teilen.
Er musste dem Laptop nur Internet geben.

Den deutschen Ausgang konnte der Laptop selbst übernehmen.
Damit zerfiel die ganze Sache plötzlich in zwei einfache Aufgaben:
Der Hotspot oder das Apartment-WLAN bringt den Laptop online.
Der VPN auf dem Laptop bestimmt, wo diese Verbindung für den Zielservice herauskommt.
Mehr musste ich nicht lösen.

Ich musste nicht mehr herausfinden, welche Android-Version VPN-Tethering wie behandelt oder welche zusätzlichen Einstellungen dafür nötig wären.

Der Tunnel saß einfach dort, wo die Arbeit stattfand.

Das war an diesem Nachmittag wichtiger als jede theoretisch elegantere Netzwerklösung.

Erst nach der Freigabe wurde das zweite Gerät wieder interessant

Der Projektleiter schickte mir anschließend einen Link und bat mich, die veröffentlichte Mobile-Version noch einmal auf dem Telefon anzusehen.

Jetzt hätte ich meinen bisherigen VPN dort wieder öffnen können.

Stattdessen nahm ich den Verifizierungscode aus der kleineren App und verband damit das zweite Gerät, ohne noch einmal einen klassischen Account mit E-Mail und Passwort einzurichten.

Code eingeben.
Verbindung aktiv.
Link öffnen.
Die veröffentlichte Seite erschien.
Ich scrollte einmal durch die mobile Version.

Header korrekt.
Button korrekt.
Formular korrekt.
„Sieht gut aus“, schrieb ich zurück.
Diese zweite Verbindung hatte die Kampagne nicht gerettet.

Die Freigabe auf dem Laptop war längst erledigt.

Aber sie beseitigte genau den nächsten kleinen Reibungspunkt, der nach der Hauptaufgabe auftauchte.

Kein Passwortmanager.
Kein Postfach.
Kein zweiter vollständiger Login.
Nur das zweite Gerät kurz dorthin bringen, wo es ebenfalls sein musste.

Eine deutsche IP in Kroatien ist für mich seitdem eine Gerätefrage

Vor diesem Nachmittag hätte ich anders darüber gesprochen.
Ich hätte gesagt:
Ich brauche einen deutschen VPN.
Oder:
Mein Handy braucht eine deutsche IP.

Oder:
Ich brauche einen deutschen Server.
Alles irgendwie richtig.
Aber noch nicht präzise genug.
Die wichtigere Frage lautet:

Welches Gerät muss für den Dienst gerade deutsch aussehen?

Wenn das Kundenportal auf dem Laptop läuft, hilft mir die deutsche IP auf dem Telefon nur begrenzt.

Wenn ich anschließend die mobile Seite auf dem Smartphone prüfen muss, gilt dasselbe in die andere Richtung.

Deshalb würde ich bei diesem Problem heute nicht mehr zuerst nach VPN-Hotspot-Tricks suchen.

Ich würde die Verbindung direkt auf das Gerät legen, auf dem der eigentliche Schritt stattfinden soll.

Das ist technisch einfacher und gedanklich sauberer.
Das Netzwerk liefert Internet.
Der VPN gibt dem jeweiligen Gerät den benötigten Ausgang.
Der Unternehmensdienst entscheidet danach, ob diese Route seinen Regeln entspricht.
Mehr Ebenen brauche ich für diese Situation nicht.

Kroatien musste dabei nie „wie Deutschland“ werden

Das ist wahrscheinlich der Teil, den ich vorher am meisten verkompliziert hatte.

Ich wollte weder meinen ganzen Urlaub digital nach Deutschland verlegen noch jedes Gerät rund um die Uhr über einen deutschen Anschluss schicken.

Das kroatische Internet funktionierte hervorragend.

Nach der Freigabe brauchte ich für Restaurants, Karten, Nachrichten und den restlichen Abend keinen deutschen Ausgang.

Ich trennte die Verbindung auf dem Laptop.
Das Apartment-WLAN war wieder einfach kroatisches WLAN.
Am nächsten Morgen brauchte ich den Kundenbereich noch einmal.
Deutschland an.
Dokument öffnen.

Deutschland aus.

Das war alles.

Mein ursprünglicher Hotspot-Versuch hatte mich glauben lassen, die eleganteste Lösung müsse ein deutscher Tunnel sein, der irgendwie jedes Gerät hinter dem Telefon mitnimmt.

Am Ende war die bessere Lösung viel unspektakulärer.
Die deutsche IP musste nicht im ganzen Apartment sein.
Sie musste nur auf dem Bildschirm ankommen, auf dem der Button Approve release lag.

Häufige Fragen

Warum übernimmt mein Laptop nicht automatisch die deutsche VPN-IP des Telefons?

Weil Hotspot-Tethering die Internetverbindung teilt, aber nicht garantiert, dass der Verkehr des verbundenen Geräts durch denselben VPN-Tunnel des Telefons läuft.

Wie kann ich prüfen, ob Telefon und Laptop wirklich über denselben Standort ins Internet gehen?

Öffnen Sie auf beiden Geräten getrennt einen IP-Check. Im Artikel zeigte das Telefon Deutschland und der Laptop Kroatien, obwohl beide am selben Tisch standen.

Warum konnte das Firmenportal den Laptop blockieren, obwohl Login und MFA korrekt waren?

Weil Zugriffsrichtlinien neben Identität auch Netzwerk- oder Standortbedingungen berücksichtigen können. Ein korrekter Login bedeutet nicht, dass jede Herkunftsregion zugelassen ist.

Warum passte OnlydogVPN hier?

Weil die deutsche Route direkt auf dem Arbeitslaptop lief, also auf genau dem Gerät, das sie brauchte. Die Lösung war nicht, das ganze Apartment nach Deutschland zu verlegen, sondern den richtigen Bildschirm.