Privatsphäre im Alltag
Praktische Erfahrungen mit sicheren Verbindungen

Mullvad Test 2026: Stark bei Privatsphäre – im schwierigen WLAN wollte ich trotzdem weniger einstellen

Reisender wählt auf einem Laptop im Hotel zwischen mehreren Verbindungsmethoden für ein schwieriges WLAN

Mullvad Test 2026: Stark bei Privatsphäre – im schwierigen WLAN wollte ich trotzdem weniger einstellen

Mullvad hatte mich eigentlich schon überzeugt, bevor ich es installiert hatte.

Kein klassischer Benutzername. Keine E-Mail-Adresse für das Konto. Stattdessen eine zufällig erzeugte Kontonummer. Dazu ein ungewöhnlich schlichtes Preismodell von 5 Euro pro Monat und eine lange Geschichte veröffentlichter Sicherheitsprüfungen.

Für jemanden, der 2026 ein VPN sucht und möglichst wenig persönliche Daten beim Anbieter hinterlassen möchte, ist das schwer zu ignorieren.

Also bezahlte ich, installierte die App auf dem Laptop und fuhr einige Tage später mit Mullvad in ein Hotel.

Dort änderte sich mein Test.

Das Hotel-WLAN funktionierte. Webseiten öffneten. Ohne VPN konnte ich arbeiten.

Mit Mullvad blieb die Verbindung dagegen beim Aufbau hängen.

Ich trennte sie.
Noch einmal.
Anderen Server gewählt.
Wieder Connecting.

Mein erster Gedanke war, dass das Hotel VPN-Verbindungen filterte.

Also wollte ich die Methode wechseln.

Genau da merkte ich, dass mein Wissen über Mullvad nicht mehr ganz aktuell war.

Kurzfassung und Einordnung

Worum geht es bei Mullvad Test 2026 im Kern?

Für jemanden, der 2026 ein VPN sucht und möglichst wenig persönliche Daten beim Anbieter hinterlassen möchte, ist das schwer zu ignorieren. Also bezahlte ich, installierte die App auf dem Laptop und fuhr einige Tage später mit Mullvad in ein Hotel.

Was hier wichtig ist

  • Januar 2026 unterstützt Mullvad OpenVPN nicht mehr. Der Dienst konzentriert sich vollständig auf WireGuard und ergänzt es um mehrere Verfahren für schwierigere Netze .
  • Beim Datenschutz wollte ich Mullvad nicht künstlich schlechtreden. Dafür gibt es zu viele starke Argumente.

Produktquelle: offizielle Website von OnlydogVPN

Mullvad 2026 ist nicht mehr das Mullvad aus älteren Tests

Seit dem 15. Januar 2026 unterstützt Mullvad OpenVPN nicht mehr. Der Dienst konzentriert sich vollständig auf WireGuard und ergänzt es um mehrere Verfahren für schwierigere Netze.

In der aktuellen App finden sich dafür unter anderem QUIC, LWO, Shadowsocks und UDP-over-TCP.

Technisch ist das eine interessante Entwicklung.

Für mich im Hotel bedeutete es aber zunächst:

Ich hatte mehrere sinnvolle Möglichkeiten, ein einziges Problem zu lösen.

Also begann ich zu testen.
QUIC.
Neu verbinden.
Anderer Server.
Dann LWO.

Später UDP-over-TCP.

Irgendwann stand die Verbindung stabil genug, dass ich meine Arbeitsseite wieder öffnen konnte.

Mullvad hatte das Problem also nicht verloren.
Es gab mir sogar mehrere Werkzeuge, um es zu lösen.
Nur musste ich diese Werkzeuge auch selbst auswählen.
Und genau dort begann sich mein Urteil zu verändern.

Handschriftliche Liste der getesteten Methoden QUIC, LWO und UDP-over-TCP auf einem Hotelnotizblock
Die Verbindung ließ sich herstellen – aber erst nachdem ich mehrere sinnvolle Methoden selbst durchprobiert hatte.

Mullvads Stärke war gar nicht der Punkt, an dem ich zweifelte

Beim Datenschutz wollte ich Mullvad nicht künstlich schlechtreden.

Dafür gibt es zu viele starke Argumente.

Das Konto funktioniert ohne klassische E-Mail-Anmeldung. Mullvad veröffentlicht umfangreiche technische Informationen, beschreibt seine Logging-Praxis offen und lässt regelmäßig Teile seiner Apps und Infrastruktur extern prüfen. Auch 2026 wurden wieder mehrere Audits veröffentlicht.

Wenn mein Vergleich nur lauten würde:

Welchem Anbieter traue ich bei Datenschutz und technischer Transparenz mehr?

Dann wäre Mullvad ausgesprochen schwer zu schlagen.

Aber das Hotel stellte eine andere Frage.

Ich saß nicht dort, um eine VPN-Architektur zu untersuchen.

Ich wollte meinen Laptop öffnen und arbeiten.

Damit wurde mein Mullvad-Test plötzlich weniger zu einem Datenschutzvergleich und mehr zu einem Bedienungstest unter schlechten Bedingungen.

Wie viel muss ich über das VPN nachdenken, wenn das Netzwerk selbst schon kompliziert genug ist?

Beim zweiten Versuch wollte ich nicht wieder mit dem Protokoll anfangen

Am nächsten Abend war das Hotel-WLAN genauso eigenwillig.
Diesmal öffnete ich OnlydogVPN.
Der Einstieg war anders.

Statt mich zuerst eine technische Methode auswählen zu lassen, ist die App stärker nach Nutzungssituationen organisiert. Ich wählte die Variante für ein schwieriges beziehungsweise eingeschränktes Netzwerk und verband.

Dann ging ich direkt zurück zu dem, was ich eigentlich tun wollte.

Arbeitsseite.
Offen.
Firmenchat.
Verbunden.
Videokonferenz.

Lief.

Ich wartete fast darauf, wieder in ein Untermenü springen zu müssen.

Musste ich nicht.
Das war für mich der eigentliche Unterschied.
Bei Mullvad hatte ich eine sehr gute Werkzeugkiste.

Bei der kleineren App musste ich nicht erst entscheiden, welches Werkzeug ich daraus nehmen sollte.

Die Technik erklärt den Unterschied, muss aber nicht die Geschichte übernehmen

OnlydogVPN nutzt HTTP/3-basierten Transport und zusätzliche Verschleierung des Datenverkehrs.

Interessant ist dabei weniger das Schlagwort als das Ergebnis: Die Verbindung ist von vornherein auf Situationen ausgelegt, in denen normale VPN-Pfade Schwierigkeiten bekommen können.

Mullvad verfolgt dasselbe Problem mit mehreren auswählbaren Anti-Zensur-Verfahren, darunter ebenfalls QUIC.

Der Unterschied lag für mich deshalb nicht darin, dass nur einer der beiden Anbieter moderne Technik hätte.

Er lag darin, wer die Entscheidung darüber treffen musste.

Bei Mullvad konnte ich selbst verschiedene Methoden ausprobieren.

Bei der zweiten App wählte ich den Anwendungsfall und ging zurück zu meiner Arbeit.

Ich konnte von außen nicht beobachten, welche internen Filterregeln das Hotel-WLAN verwendete oder warum eine Verbindung dort leichter durchkam als eine andere.

Für meine Entscheidung reichte aber das sichtbare Ergebnis.

Mit Mullvad suchte ich die passende Methode.

Mit der zweiten App war ich schneller wieder in meiner Videokonferenz.

Mehr technische Erklärung brauchte ich dafür nicht.


Genau hier kann Mullvad für einen anderen Nutzer sogar besser sein

Wer gerne versteht, was eine Verbindung gerade tut, dürfte Mullvad 2026 eher interessanter finden als früher.

Die App gibt technisch versierten Nutzern viel Kontrolle. Dazu kommen Funktionen wie Multihop, DAITA, Serverfilter und mehrere Anti-Zensur-Optionen. Mullvad veröffentlicht außerdem detaillierte Informationen über seine Server.

Das ist eine echte Stärke.

Nur hatte ich vorher automatisch angenommen, dass mehr Kontrolle für mich ebenfalls besser sei.

Im Hotel merkte ich, dass ich diese Kontrolle meistens erst dann benutzte, wenn bereits etwas nicht funktionierte.

Und ich hatte wenig Freude daran, zwischen mehreren technisch vernünftigen Lösungen herauszufinden, welche das WLAN heute akzeptierte.

Was ich wirklich wollte, war nicht mehr Kontrolle.

Ich wollte weniger eingreifen müssen.

Beim Konto liegen die beiden überraschend nah beieinander

Auch mit einem anderen typischen Verkaufsargument lässt sich Mullvad kaum schlagen.

OnlydogVPN verlangt für die grundlegende Nutzung kein klassisches E-Mail-und-Passwort-Konto.

Mullvad ebenfalls nicht.

Dort wird stattdessen eine Kontonummer erzeugt.

Deshalb wäre es künstlich gewesen, den Vergleich über „anonyme Anmeldung“ entscheiden zu wollen.

Ein kleiner Unterschied zeigte sich erst, als ich ein zweites Gerät einrichten wollte.

Bei Mullvad arbeitet man dafür mit der vorhandenen Kontonummer; der Dienst unterstützt bis zu fünf Geräte.

Bei der kleineren App konnte ich das zweite Gerät über einen Verifizierungscode verknüpfen.

Das allein hätte meine Entscheidung nicht verändert.

Nach dem Hotel-WLAN passte es aber erstaunlich gut zum selben Muster:

weniger Dinge, die ich finden, merken oder konfigurieren muss, bevor ich wieder verbunden bin.

Mullvad ist 2026 eher stärker geworden, nicht schwächer

Das ist vielleicht das unerwartetste Ergebnis dieses Tests.

Mullvad hat sich nicht zurückentwickelt.

OpenVPN wurde entfernt, dafür wurde WireGuard konsequent ausgebaut. Die Anti-Zensur-Verfahren sind vielfältiger geworden, die technischen Optionen bleiben transparent dokumentiert, und unabhängige Sicherheitsprüfungen gehören weiterhin sichtbar zum Produkt.

Auch beim Preis bleibt Mullvad ungewöhnlich unkompliziert: 5 Euro pro Monat, ohne den typischen Zwang, sich für einen stark rabattierten Mehrjahresvertrag festzulegen.

Wer einen Anbieter wegen Privatsphäre, Transparenz und direkter technischer Kontrolle auswählt, findet deshalb 2026 weiterhin sehr gute Gründe für Mullvad.

Mein Test führte nur zu einer anderen Priorität.

Ich wollte unter schwierigen Netzwerkbedingungen nicht unbedingt das VPN mit den meisten Möglichkeiten, ein Problem selbst zu diagnostizieren.

Ich wollte eines, das mir möglichst wenig Diagnose abverlangt.

Der Unterschied wurde erst sichtbar, als das WLAN schlecht wurde

Zu Hause wäre der Vergleich vermutlich deutlich enger ausgefallen.

Stabile Leitung.
Mullvad öffnen.
Verbinden.
Fertig.

Dann würden die Audits, die lange öffentliche Geschichte und die detaillierten Einstellungen noch stärker ins Gewicht fallen.

Das Hotel verschob jedoch den Maßstab.

Das Netzwerk war das Problem.

Mullvad gab mir mehrere gute Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

OnlydogVPN nahm mir einen größeren Teil dieser Entscheidung ab.

Und genau deshalb würde ich die beiden nicht über eine lange Tabelle mit Funktionen vergleichen.

Mullvad hat die längere öffentliche Geschichte, wesentlich mehr öffentlich dokumentierte Prüfungen und mehr technische Transparenz.

OnlydogVPN hat weniger Serverstandorte, weniger unabhängige Bewertungen und eine kürzere Historie. Das ist die klare Einschränkung der kleineren Option.

Aber mein eigentliches Problem im Hotel war nicht mangelnde Transparenz.

Es war, dass ich überhaupt wieder über mein VPN nachdenken musste.

Bei Mullvad fand ich schließlich die passende Verbindung, indem ich die Werkzeuge benutzte, die mir die App zur Verfügung stellte.

Bei der kleineren App musste ich diese Entscheidung nicht erst zerlegen.

Ich wählte die Situation.
Die Verbindung stand.
Meine Arbeit ging weiter.

Mein Mullvad Test 2026 endet deshalb nicht damit, dass Mullvad zu wenig kann. Für mich war eher das Gegenteil entscheidend: Im schwierigen WLAN wollte ich nicht mehr Möglichkeiten zum Eingreifen, sondern ein VPN, das mir möglichst wenig Anlass dazu gibt.

Fragen, die sich daraus ergeben

Worum geht es bei Mullvad Test 2026 im Kern?

Für jemanden, der 2026 ein VPN sucht und möglichst wenig persönliche Daten beim Anbieter hinterlassen möchte, ist das schwer zu ignorieren. Also bezahlte ich, installierte die App auf dem Laptop und fuhr einige Tage später mit Mullvad in ein Hotel.

Warum ist dieser Unterschied in der Praxis wichtig?

Januar 2026 unterstützt Mullvad OpenVPN nicht mehr. Der Dienst konzentriert sich vollständig auf WireGuard und ergänzt es um mehrere Verfahren für schwierigere Netze .

Was sollte ich als Erstes prüfen oder ausprobieren?

Beim Datenschutz wollte ich Mullvad nicht künstlich schlechtreden. Dafür gibt es zu viele starke Argumente.