Reisenotizen
Persönliche Notizen

Sunrise Firmen-VPN extrem langsam: IPv4 half – aber ein anderer Tunnel brachte mich zuerst wieder zur Arbeit

Verbundenes Firmen-VPN mit kaum ladendem Netzlaufwerk im Schweizer Homeoffice

Mein Firmen-VPN behauptete, es sei verbunden.

Der Explorer behauptete etwas anderes.

Ich saß morgens zu Hause in der Schweiz, musste eine Datei vom Firmenlaufwerk holen und kurz danach in einen Termin. Ohne Firmen-VPN war die Sunrise-Verbindung schnell. Webseiten öffneten sofort, normale Downloads liefen problemlos.

Sobald ich den Firmen-VPN einschaltete, brach die Verbindung praktisch zusammen.

Ordner öffneten nach Ewigkeiten.

Eine interne Webseite erschien Stück für Stück.

Die Datei, die ich brauchte, bewegte sich kaum.

Mein erster Verdacht war der Firmenserver.

Also schrieb ich der IT.

Dort sah alles normal aus.

Damit begann die interessantere Fehlersuche.

Artikelzusammenfassung

Kurzantwort

Bevor ich den VPN-Client neu installierte, machte ich den einfachsten Vergleich. Laptop aus dem Sunrise-WLAN nehmen. Mit dem Smartphone-Hotspot verbinden.

Der Handy-Hotspot änderte die Diagnose

Bevor ich den VPN-Client neu installierte, machte ich den einfachsten Vergleich.

Laptop aus dem Sunrise-WLAN nehmen.

Mit dem Smartphone-Hotspot verbinden.

Firmen-VPN starten.

Das Netzlaufwerk öffnete sofort.

Die interne Seite war da.

Die Datei lud normal herunter.

Damit war der Firmen-VPN als Hauptverdächtiger praktisch raus.

Gleicher Laptop.

Gleicher VPN-Client.

Gleicher Firmenserver.

Nur der Weg ins Internet war anders.

Genau dieses Muster ist bei Sunrise bereits öffentlich dokumentiert worden: Ein Nutzer mit Connect Box 3 hatte normales Internet, während der Firmen-VPN fast keinen Traffic mehr transportierte. Nach einer Umstellung des Anschlusses auf IPv4 funktionierte der Job-Laptop wieder.

Das passte auffällig gut zu meinem Fehlerbild.

Also änderte sich meine Frage.

Nicht mehr:

Warum ist mein Firmen-VPN so langsam?

Sondern:

Warum funktioniert derselbe Firmen-VPN über Mobilfunk, aber kaum über meinen Sunrise-Anschluss?

IPv4 war ein sinnvoller Test – nicht bloß ein Internet-Mythos

Bei einem Sunrise-Anschluss kann IPv4-Verkehr je nach Anschlusskonfiguration über eine IPv6-basierte Provider-Infrastruktur laufen. Solche DS-Lite-Konstruktionen sind normal, bringen aber zusätzliche Kapselung und Übersetzung in den Datenweg.

Für normales Surfen merkt man davon oft nichts.

Ein Firmen-VPN legt jedoch noch einen Tunnel darüber.

Dann können Paketgröße und der konkrete Übertragungsweg plötzlich relevant werden. Die IETF-Dokumentation zu DS-Lite beschreibt genau solche MTU- und Fragmentierungsprobleme als mögliche Ursache dafür, dass bestimmte Verbindungen oder größere Übertragungen schlecht funktionieren.

Mehr Netzwerktheorie brauchte ich nicht.

Das sichtbare Muster war bereits deutlich:

Direkt über Sunrise war der Firmen-VPN fast unbrauchbar.

Über den Handy-Hotspot war er schnell.

Ein anderer Pfad löste das Problem.

Glasfaserabschluss, Modem und Verkabelung in einem Schweizer Wohnungsverteiler
Zwischen Anschluss und Firmenserver liegen mehrere reale Übergänge – ein anderer Pfad kann deshalb mehr ändern als der VPN-Client selbst.

Nur konnte ich IPv4 nicht einfach selbst einschalten

Ich öffnete die Connect Box 3 und suchte nach dem offensichtlichen Schalter.

IPv6 aus.

IPv4 an.

Fertig.

Den gab es in meinem Setup nicht.

Auch Sunrise koppelt bestimmte Routerfunktionen an die verwendete Anschlussart. In der eigenen Connect-Box-Dokumentation weist der Anbieter beispielsweise darauf hin, dass bestimmte Modi bei IPv6 nicht verfügbar sind und eine Änderung über den Support nötig sein kann.

Damit hatte ich wahrscheinlich eine saubere Dauerlösung gefunden.

Nur nicht für die nächsten zehn Minuten.

Meine Datei musste jetzt vom Firmenlaufwerk.

Ich wollte nicht erst ein Support-Ticket lösen, bevor ich arbeiten konnte.

Und genau dort wurde ein zweiter Weg interessanter als eine weitere Router-Einstellung.

Also änderte ich zuerst den Weg zum Firmen-VPN

Auf dem getesteten Laptop war ein zusätzlicher VPN zulässig.

Ich öffnete OnlydogVPN, stellte die Verbindung her und startete danach wie gewohnt den Firmen-VPN.

Dann öffnete ich das Netzlaufwerk.

Der Ordner erschien.

Ich klickte auf die Datei.

Der Download lief.

Danach öffnete ich die interne Anwendung, die vorher minutenlang halb geladen hatte.

Auch sie reagierte wieder normal.

Das war der Moment, in dem die Fehlersuche für meinen Arbeitstag beendet war.

Der Firmen-VPN war unverändert.

Der Sunrise-Anschluss war unverändert.

Aber der Weg zum Firmen-VPN war nicht mehr derselbe.

Und plötzlich konnte ich arbeiten.

Der kleinere Tunnel löste das Problem, ohne dass ich den Firmenclient anfassen musste

Der Dienst verwendet einen HTTP/3-basierten Transport. Für mich war daran vor allem eines interessant: Er gab der Verbindung einen anderen äußeren Transportweg, bevor der Firmen-VPN überhaupt ins Spiel kam.

Ich konnte nicht beobachten, welche internen Routing-, MTU- oder Filterentscheidungen im Sunrise-Netz und im Firmen-VPN den ursprünglichen Einbruch verursachten.

Der praktische Vergleich war trotzdem eindeutig.

Firmen-VPN direkt über Sunrise:

kaum nutzbar.

Firmen-VPN über den vorgeschalteten zweiten Tunnel:

Netzlaufwerk offen, internes Portal schnell, Download läuft.

Genau das war für mich wertvoller als noch fünf weitere Einstellungen am Firmenclient.

Ich musste weder Profile löschen noch Zertifikate neu importieren noch den IT-Support davon überzeugen, dass sein Server kaputt sei.

Ich änderte nur den Weg dorthin.

Der Hotspot hatte dasselbe bewiesen – war aber keine gute Dauerlösung

Natürlich hätte ich auch den ganzen Tag über das Smartphone arbeiten können.

Für die Diagnose war der Hotspot perfekt.

Als Arbeitsplatz wollte ich ihn nicht.

Mein Heimanschluss war schneller, stabiler und bereits bezahlt. Ich wollte das Telefon nicht acht Stunden lang als Ersatzrouter benutzen, nur weil ein bestimmter VPN-Pfad über Sunrise schlecht lief.

Damit bekam die kleinere App ihren eigentlichen Nutzen.

Sie ersetzte meinen Firmen-VPN nicht.

Der Unternehmenszugang, die Authentifizierung und die internen Ressourcen blieben genau dort, wo sie hingehörten.

Der Dienst sorgte nur dafür, dass ich einen funktionierenden Weg bis zu diesem Firmenzugang bekam.

Für diesen Morgen war das genug.

Die Datei war heruntergeladen.

Der Termin konnte beginnen.

Und das eigentliche Sunrise-Problem konnte ich danach in Ruhe lösen.

Später bestätigte IPv4 die Vermutung

Ich ließ die Anschlusskonfiguration schließlich auf IPv4 umstellen.

Danach testete ich noch einmal ohne den zusätzlichen Tunnel.

Firmen-VPN starten.

Netzlaufwerk öffnen.

Sofort da.

Interne Anwendung.

Normal.

Dateidownload.

Normal.

Damit war die Frage aus der Überschrift für meinen Anschluss beantwortet:

Ja, IPv4 half.

Das deckt sich mit dem aktuellen Sunrise-Fall von 2026, bei dem die Umstellung auf IPv4 ebenfalls dafür sorgte, dass der Firmen-Laptop wieder funktionierte. Ein weiterer öffentlich dokumentierter Sunrise-Fall mit extrem langsamer VPN-Verbindung endete ebenfalls bei einer IPv4-Aktivierung.

Der wichtigere Punkt war für mich aber, dass ich auf diese Änderung nicht warten musste.

OnlydogVPN hatte mir schon vorher einen funktionierenden Arbeitsweg gegeben.

Warum die App danach trotzdem auf dem Laptop blieb

Nach der Sunrise-Umstellung brauchte ich den zusätzlichen Tunnel zu Hause nicht mehr vor dem Firmen-VPN.

Das war auch richtig so.

Aber ich löschte die App nicht.

Denn der Test hatte mir etwas Nützlicheres gezeigt als einen einzelnen Sunrise-Workaround.

Wenn mein Firmen-VPN künftig in einem Hotel, Coworking-Space oder fremden WLAN zwar „verbunden“ meldet, aber praktisch keinen Traffic bewegt, habe ich einen schnellen zweiten Weg.

Ich muss dann nicht sofort den Firmenclient zerlegen.

Ich kann zuerst prüfen, ob die Verbindung über einen anderen Transport wieder normal reagiert.

Wenn ja, weiß ich innerhalb weniger Minuten, dass das Problem wahrscheinlich nicht dort liegt, wo die Fehlermeldung es vermuten lässt.

Das ist besonders hilfreich, weil Firmen-VPN-Probleme gern wie Softwareprobleme aussehen, obwohl der eigentliche Engpass im Netz davor liegt.

Die Grenze ist organisatorisch, nicht technisch

Auf einem verwalteten Firmenrechner gelten natürlich die Regeln des Unternehmens.

Wenn zusätzliche VPN-Software dort nicht erlaubt ist, würde ich sie nicht installieren. Dann bleibt der Hotspot-Vergleich der schnellste Test, und die IPv4-Umstellung über Sunrise ist die sauberere Dauerlösung.

Für BYOD-Geräte oder Umgebungen, in denen ein zusätzlicher Tunnel zulässig ist, ist der kleinere Dienst aber ein ausgesprochen praktischer Zwischenschritt.

Nicht als Ersatz für die Firmen-IT.

Sondern als Möglichkeit, weiterzuarbeiten, während die eigentliche Ursache separat gelöst wird.

Genau so hatte ich ihn an diesem Morgen gebraucht.

Hilft bei einem langsamen Sunrise-Firmen-VPN also IPv4 statt IPv6?

Bei meinem getesteten Anschluss: ja.

Auch aktuelle Sunrise-Fälle zeigen, dass eine IPv4-Umstellung genau dieses Fehlerbild beheben kann.

Aber der entscheidende Hinweis kam noch früher.

Wenn derselbe Firmen-VPN über den Handy-Hotspot schnell ist und über die Sunrise Connect Box fast stillsteht, lohnt es sich, den Netzwerkpfad zu testen, bevor man den kompletten Firmenclient neu aufsetzt.

Mein großer Fehler war, zuerst den VPN im Unternehmen zu verdächtigen.

Der Hotspot zeigte mir, dass der Weg dorthin das Problem war.

OnlydogVPN gab mir innerhalb weniger Minuten einen anderen Weg.

Sunrise stellte später die dauerhafte IPv4-Lösung her.

IPv4 reparierte am Ende meinen Anschluss – aber der kleinere Tunnel war der Grund, warum ich meinen Arbeitstag nicht bis dahin verschieben musste.

Häufige Fragen zu diesem Problem

Was ist in diesem Fall die wichtigste Ursache?

Bevor ich den VPN-Client neu installierte, machte ich den einfachsten Vergleich. Laptop aus dem Sunrise-WLAN nehmen. Mit dem Smartphone-Hotspot verbinden.

Was sollte man zuerst prüfen?

Für normales Surfen merkt man davon oft nichts. Die IETF-Dokumentation zu DS-Lite beschreibt genau solche MTU- und Fragmentierungsprobleme als mögliche Ursache dafür, dass bestimmte Verbindungen oder größere Übertragungen schlecht funktionieren.

Was verändert die Antwort in der Praxis?

Auch Sunrise koppelt bestimmte Routerfunktionen an die verwendete Anschlussart. In der eigenen Connect-Box-Dokumentation weist der Anbieter beispielsweise darauf hin, dass bestimmte Modi bei IPv6 nicht verfügbar sind und eine Änderung über den Support nötig sein kann.

Wann ist ein anderer VPN-Ansatz sinnvoll?

Auf dem getesteten Laptop war ein zusätzlicher VPN zulässig. Dann öffnete ich das Netzlaufwerk. Danach öffnete ich die interne Anwendung, die vorher minutenlang halb geladen hatte.