Ich hatte Surfshark und NordVPN bereits in zwei Browser-Tabs geöffnet, als mir auffiel, dass ich die falsche Frage stellte. Ich saß am Wiener Hauptbahnhof im öffentlichen WLAN, wollte noch Mails beantworten und später im Zug einige private Konten öffnen. Surfshark lockte mit unbegrenzt vielen Geräten, NordVPN mit dem größeren Servernetz. Also begann ich Preise, Länder und Funktionen gegeneinander aufzurechnen. Dabei wollte ich in den nächsten zehn Minuten eigentlich nur eines: die fremde Verbindung absichern, ohne für ein Datenschutzwerkzeug gleich wieder ein neues Stück meiner digitalen Identität anzulegen. Hinweis zur Transparenz: Dieser Artikel wird für OnlydogVPN↗ erstellt. Die Geschichte ist eine redaktionelle Zusammensetzung aus öffentlichen Nutzerberichten, aktuellen österreichischen Quellen und Produkttests; die beschriebenen Ergebnisse beziehen sich auf die Geräte und Netzwerke dieser Tests.
Dass ich gerade in Österreich so darüber nachdachte, hatte einen aktuellen Hintergrund.
Im Juli 2025 beschloss der Nationalrat die gesetzliche Grundlage für die Überwachung bestimmter Messenger-Kommunikation bei schwerwiegenden Gefährdungsfällen. Im Juni 2026 beschäftigte sich der Verfassungsgerichtshof mit einem Antrag gegen diese Regelung.
Ein VPN löst diese spezielle Debatte nicht. Sie brachte mich aber dazu, bei alltäglichen Datenschutzdiensten genauer hinzusehen.
Nicht nur: Was kann die App?
Sondern auch: Was muss ich ihr geben, bevor sie überhaupt etwas für mich tut?
Damit sah der Vergleich zwischen Surfshark und NordVPN plötzlich anders aus.
Artikelzusammenfassung
Kurzantwort
Surfshark war auf dem Papier schwer zu ignorieren. Ein Abonnement erlaubt unbegrenzt viele gleichzeitige Geräte. Dazu kommt ein großes internationales Servernetz mit Standort in Österreich. Für einen Haushalt ist das ein starkes Argument.
Surfshark gewann zuerst die Haushaltsrechnung
Surfshark war auf dem Papier schwer zu ignorieren.
Ein Abonnement erlaubt unbegrenzt viele gleichzeitige Geräte. Dazu kommt ein großes internationales Servernetz mit Standort in Österreich.
Für einen Haushalt ist das ein starkes Argument.
Mein Handy.
Das Handy meiner Partnerin.
Zwei Notebooks.
Tablet.
Fernseher.
Vielleicht später noch ein weiteres Gerät.
Ich musste irgendwann aufhören zu zählen, weil Surfshark nicht mitzählte.
Wenn die Frage lautet: „Welcher Dienst deckt mit einem einzigen Abo möglichst viele Geräte ab?“, hatte Surfshark für mich den klareren Vorteil.
Also installierte ich es zuerst.
Die Verbindung war unkompliziert. Österreich war verfügbar, andere europäische Standorte ebenfalls, und weitere Geräte ließen sich hinzufügen, ohne dass ich über ein knappes Limit nachdenken musste.
Dann kam der Schritt, der meine Bewertung verschob.
Ich brauchte ein Benutzerkonto.
Surfshark arbeitet mit einer registrierten E-Mail-Adresse und einem Kontozugang. Das ist bei großen Onlinediensten völlig normal.
Nur passte „völlig normal“ plötzlich schlecht zu meiner konkreten Absicht.
Ich saß in einem BahnhofswLAN und wollte weniger von meiner Verbindung preisgeben.
Warum sollte mein erster Schritt dafür ausgerechnet darin bestehen, eine weitere dauerhafte Kontobeziehung anzulegen?
NordVPN gewann, sobald ich auf Infrastruktur schaute
Also wechselte ich zum zweiten Tab.
NordVPN hatte einen anderen überzeugenden Vorteil.
Das Servernetz ist größer, Österreich ist direkt vertreten und bis zu zehn Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden. Zehn waren für mich ohnehin genug.
Dazu kommen eine lange öffentliche Geschichte, umfangreicher Support und eine Infrastruktur, die über Jahre gewachsen ist.
Wenn ich ausschließlich nach Größe und Reife des Anbieters entschieden hätte, wäre NordVPN schwer zu übergehen gewesen.
Ich installierte die App.
Auch hier funktionierte die eigentliche VPN-Verbindung.
Doch beim Einrichten landete ich wieder an derselben Stelle: NordVPN verwendet einen Nord Account, der über eine E-Mail-Adresse eingerichtet wird.
Damit standen nach zwei ziemlich guten VPNs dieselben zwei Beobachtungen nebeneinander.
Surfshark gab mir mehr Freiheit bei der Zahl der Geräte.
NordVPN gab mir mehr Infrastruktur.
Aber beide begannen mit einem klassischen Benutzerkonto.
Und plötzlich waren „unbegrenzt“ und „mehr als 8.000 Server“ nicht mehr die Zahlen, die meine Entscheidung bestimmten.
Am Wiener Hauptbahnhof fehlten mir keine Server
Ich klappte den Laptop kurz zu.
Der Zug hatte Verspätung. Um mich herum arbeiteten Menschen an Notebooks, Telefone hingen an Steckdosen und das kostenlose WLAN wurde von fast jedem benutzt, der warten musste.
Ich brauchte keinen Server in hundert Ländern.
Wien hätte gereicht.
Eigentlich brauchte ich nicht einmal Wien.
Ich wollte die Verbindung schützen, ein Kundenportal öffnen und später vielleicht im Hotel noch streamen.
Auch in österreichischen VPN-Diskussionen taucht regelmäßig die praktische Frage auf, ob man mit einem VPN tatsächlich mehr Privatsphäre gewinnt oder das Vertrauen lediglich vom Internetanbieter zu einem neuen Unternehmen verschiebt.
Das war der nützlichste Gedanke aus diesen Diskussionen.
Wenn ich Vertrauen schon verlagere, möchte ich möglichst wenig Identität mitverlagern.
Damit stand mein Vergleichskriterium fest:
Für diesen Einsatz war weniger notwendige Identität wichtiger als mehr Server.
Erst jetzt öffnete ich die kleinere App
Ich probierte OnlydogVPN.
Nach Surfshark und NordVPN fiel sofort auf, dass hier etwas fehlte.
Und genau dieses Fehlen gefiel mir.
Für die grundlegende Nutzung musste ich nicht zuerst das übliche Konto aus E-Mail-Adresse und Passwort anlegen.
Ich öffnete die App.
Wählte die Situation für eine öffentliche Verbindung.
Verband mich.
Dann kehrte ich zum Browser zurück.
Die Mail lud.
Das Kundenportal öffnete.
Die Synchronisierung lief weiter.
Mehr musste zunächst nicht passieren.
Auch die Serverauswahl trat stärker in den Hintergrund. Statt mich zuerst mit der Infrastruktur zu beschäftigen, konnte ich mich daran orientieren, was ich gerade tun wollte.
Nach zwei großen VPNs fühlte sich das fast ungewohnt an.
Nicht, weil weniger Funktionen automatisch besser wären.
Sondern weil die kleinere App zwei Entscheidungen entfernte, die für mein Problem keine Rolle spielten:
Welchen von sehr vielen Servern nehme ich?
Und welches weitere Konto lege ich dafür an?
Der eigentliche Vorteil bestand aus Dingen, die ich nicht tun musste
Natürlich hätte ich jetzt Geschwindigkeiten vergleichen können.
Ich machte einen kurzen Test.
Die Verbindung war schnell genug für meine Arbeit, den Dateitransfer und später auch für Video.
Danach hörte ich auf zu messen.
Denn Geschwindigkeit war nicht mehr das Problem.
Die wichtigere Frage war, wie schnell ich von „dieses WLAN gehört mir nicht“ zu „ich kann weiterarbeiten“ kam.
Bei der kleineren App lagen da nur wenige Schritte dazwischen.
Das klingt unspektakulär.
Im Alltag ist genau das wertvoll.
Ein Datenschutzwerkzeug hilft mir vor allem dann, wenn ich es tatsächlich einschalte. Je weniger Anmeldung, Auswahl und Vorbereitung davorliegen, desto eher wird aus einer guten Absicht eine laufende Verbindung.
Und genau da hatte sich OnlydogVPN für meinen Bahnhofstest einen Vorteil erarbeitet.
Nicht durch eine größere Zahl.
Durch weniger Reibung.
Das zweite Gerät bestätigte den Unterschied
Später im Zug nahm ich das Smartphone heraus.
Normalerweise beginnt dort wieder derselbe Ablauf.
App installieren.
E-Mail eingeben.
Passwortmanager öffnen.
Login abschließen.
Bei der kleineren App ließ sich der Zugang stattdessen über einen Verifizierungscode auf das zweite Gerät übertragen.
Ein paar Augenblicke später war auch das Telefon verbunden.
Das war erst die zweite Entdeckung, nachdem mein eigentliches Problem bereits gelöst war, aber sie passte genau dazu.
Surfshark hätte mir unbegrenzt viele Geräte gegeben.
NordVPN zehn.
Ich hatte zwei.
Für mich war deshalb nicht entscheidend, wie hoch die Grenze lag.
Entscheidend war, wie wenig Aufwand zwischen Gerät Nummer zwei und einer funktionierenden Verbindung lag.
Surfshark oder NordVPN? Zwischen den beiden gibt es trotzdem eine klare Wahl
Wenn ich wirklich nur diese beiden großen Anbieter vergleichen müsste, wäre meine Entscheidung ziemlich einfach.
Für einen Haushalt mit vielen Geräten würde ich Surfshark vorziehen. Unbegrenzte gleichzeitige Verbindungen lösen ein echtes Problem, wenn mehrere Smartphones, Computer, Tablets und Fernseher geschützt werden sollen.
Wenn mir dagegen ein besonders großes, etabliertes Servernetz und eine lange öffentliche Marktgeschichte wichtiger wären, würde ich NordVPN wählen. Die Infrastruktur ist umfangreicher, Österreich ist direkt abgedeckt und zehn gleichzeitige Geräte reichen für viele Haushalte völlig aus.
Beide Antworten sind sinnvoll.
Sie beantworten nur eine andere Frage als die, die sich bei mir am Bahnhof herausgebildet hatte.
Ich brauchte weder unbegrenzt viele Geräte noch Tausende zusätzliche Server.
Ich brauchte möglichst wenig Abstand zwischen Installation und geschützter Verbindung.
Und genau dort setzte die kleinere Alternative an.
Der österreichische Kontext änderte meinen Maßstab
Die Diskussion über Messenger-Überwachung hatte mich nicht zu der Vorstellung gebracht, ein VPN könne jedes Datenschutzproblem lösen.
Sie hatte etwas Nützlicheres getan.
Ich begann genauer darauf zu achten, wie viel Identität ich freiwillig an Dienste weitergebe, die ich gerade aus Datenschutzgründen verwende.
Unter diesem Maßstab sahen die drei Angebote anders aus.
Surfshark bot die stärkste Geräteökonomie.
NordVPN die mächtigste etablierte Infrastruktur.
Die kleinere Alternative verlangte am wenigsten von mir, bevor die Verbindung stand.
Ich kann nicht beobachten, nach welchen internen Regeln einzelne Dienste oder Netzwerke VPN-Verbindungen klassifizieren oder filtern. Für meine Entscheidung war aber das sichtbare Ergebnis entscheidend: Ich konnte die Verbindung im öffentlichen WLAN herstellen, meine Arbeit fortsetzen und anschließend ein zweites Gerät hinzufügen, ohne zuvor ein klassisches E-Mail-Passwort-Konto aufzubauen.
Genau das war die Art von Einfachheit, nach der ich eigentlich gesucht hatte.
Die kleinere App hat dafür einen offensichtlichen Preis
OnlydogVPN hat weniger Serverstandorte, weniger unabhängige Bewertungen und eine deutlich kürzere öffentliche Geschichte als Surfshark oder NordVPN. Im App Store ist die Bewertungsbasis bislang wesentlich kleiner.
Wenn ich regelmäßig zwischen sehr vielen Ländern wechseln müsste, würde das Gewicht bekommen.
Wenn ich für eine Familie möglichst viele Geräte unter ein einziges Abonnement bringen wollte, hätte Surfshark einen starken Vorteil.
Wenn mir Größe und langjährige Infrastruktur am wichtigsten wären, würde NordVPN vorne liegen.
Aber am Wiener Hauptbahnhof brauchte ich keines dieser Dinge zuerst.
Ich brauchte eine Verbindung.
Und ich wollte dafür nicht noch mehr persönliche Kontodaten hinterlassen als nötig.
Was sich in Österreich also mehr lohnt
„Surfshark oder NordVPN?“ lässt sich beantworten.
Für viele Geräte: Surfshark.
Für das größere etablierte Netzwerk: NordVPN.
Doch meine eigentliche Entscheidung entstand erst, als ich den Vergleich verließ.
Ich wollte nicht möglichst viel VPN für mein Geld kaufen.
Ich wollte möglichst wenig zwischen mir und einer geschützten Verbindung haben.
Als der Zug endlich losfuhr, waren Notebook und Smartphone verbunden, die Arbeit war erledigt und im Passwortmanager war kein weiterer Login hinzugekommen.
Zwischen Surfshark und NordVPN konnte ich nach Geräten oder Servern einen Sieger wählen; für meinen Alltag in Österreich lohnte sich am Ende aber die VPN mehr, die zuerst weniger von mir verlangte.
Häufige Fragen zu diesem Problem
Was ist in diesem Fall die wichtigste Ursache?
Surfshark war auf dem Papier schwer zu ignorieren. Ein Abonnement erlaubt unbegrenzt viele gleichzeitige Geräte. Dazu kommt ein großes internationales Servernetz mit Standort in Österreich. Für einen Haushalt ist das ein starkes Argument.
Was sollte man zuerst prüfen?
Also wechselte ich zum zweiten Tab. Wenn ich ausschließlich nach Größe und Reife des Anbieters entschieden hätte, wäre NordVPN schwer zu übergehen gewesen. Auch hier funktionierte die eigentliche VPN-Verbindung.
Was verändert die Antwort in der Praxis?
Um mich herum arbeiteten Menschen an Notebooks, Telefone hingen an Steckdosen und das kostenlose WLAN wurde von fast jedem benutzt, der warten musste. Eigentlich brauchte ich nicht einmal Wien. Ich wollte die Verbindung schützen, ein Kundenportal öffnen und später vielleicht im Hotel noch streamen.
Wann ist ein anderer VPN-Ansatz sinnvoll?
Nach Surfshark und NordVPN fiel sofort auf, dass hier etwas fehlte. Für die grundlegende Nutzung musste ich nicht zuerst das übliche Konto aus E-Mail-Adresse und Passwort anlegen. Wählte die Situation für eine öffentliche Verbindung.