Mein Drei-Hotspot war an diesem Nachmittag die schnellste Internetverbindung im Raum.
Knapp 250 Mbit/s im Download.
Vier Balken 5G.
Webseiten öffneten sofort.
Und meine VPN kam kaum über „Connecting“ hinaus.
Ich saß mit dem Laptop in einem Besprechungsraum außerhalb Wiens und musste vor einem Kundentermin noch eine größere Präsentation hochladen. Das Gäste-WLAN des Gebäudes brach regelmäßig weg, also nahm ich wie üblich den Hotspot meines Telefons.
Internet: hervorragend.
VPN: verbinden, warten, trennen.
Noch einmal.
Kurz verbunden.
Wieder weg.
Meine erste Vermutung war deshalb die VPN-App.
Dann fragte ein Kollege: „Willst du kurz mein A1 nehmen?“
Ich verband den Laptop mit seinem Hotspot.
Der Speedtest war deutlich langsamer.
Die VPN verband sich sofort.
Da änderte sich die Frage.
Nicht mehr: Warum ist meine VPN kaputt?
Sondern: Warum funktioniert dieselbe VPN über ein anderes Mobilfunknetz plötzlich normal?
Artikelzusammenfassung
Kurzantwort
Ich änderte nichts an der Konfiguration. Nur der Internetzugang kam jetzt über A1 statt Drei.
Derselbe Laptop, dieselbe VPN – nur die SIM war anders
Ich änderte nichts an der Konfiguration.
Gleicher Server.
Gleicher Laptop.
Nur der Internetzugang kam jetzt über A1 statt Drei.
Der Tunnel blieb stabil.
Ich startete den Upload.
Er lief.
Zum Gegencheck stellte eine Kollegin später noch ihren Magenta-Hotspot zur Verfügung. Auch dort verhielt sich dieselbe VPN unauffälliger als über meine Drei-Verbindung.
Damit war der Speedtest als Erklärung erledigt.
Drei war von den drei Verbindungen sogar die schnellste.
Aber ein Mobilfunkzugang besteht eben aus mehr als 5G-Balken und Downloadrate.
Die Netze können Daten unterschiedlich ins Internet führen – und genau solche Unterschiede werden bei einer VPN viel sichtbarer als beim normalen Surfen.
Der unscheinbare APN sitzt genau an dieser Grenze
Ein Begriff erklärt einen großen Teil davon: APN.
Der Access Point Name bestimmt, über welchen Zugang ein Gerät ins mobile Datennetz geführt wird. Drei beschreibt ihn selbst als Gateway zum Internet und weist darauf hin, dass IPv4-/IPv6-Einstellungen bei Verbindungsproblemen relevant sein können. (Drei)
Bei eigenen Drei-Routern wird beispielsweise der APN drei.at verwendet. (Drei)
Auch A1 macht sichtbar, dass Mobilfunkzugänge nicht alle gleich aufgebaut sind: Dort erhalten Kunden standardmäßig eine private IP-Adresse; eine öffentliche IP kann je nach Produkt beziehungsweise Einstellung separat aktiviert werden. (A1) Magenta dokumentiert ebenfalls APN- und NAT-Einstellungen im technischen Support. (Magenta)
Das bedeutete für meinen Fall nicht, dass ich nun APNs manuell ändern wollte.
Es erklärte nur, warum zwei SIM-Karten nicht einfach unterschiedlich schnelle Versionen desselben Internetzugangs sind.
Und damit war auch verständlicher, warum die VPN auf A1 funktionierte, obwohl Drei auf dem Papier die bessere Verbindung lieferte.
Eine schnelle Leitung kann für eine VPN trotzdem der schwierigere Weg sein
Die etablierte VPN, die ich zuerst benutzt hatte, bot viele Server, mehrere Protokolle und eine lange öffentliche Geschichte.
Auf A1 funktionierte sie.
Auch über Magenta kam sie durch.
Über Drei begann wieder das Wechselspiel.
Verbinden.
Kurzer Tunnel.
Abbruch.
Anderer Server.
Diesmal blieb die Verbindung etwas länger bestehen, aber der Upload stockte.
Noch ein Server.
Ich begann Netzwerkprobleme zu diagnostizieren, obwohl normales Internet gleichzeitig völlig problemlos lief.
Dass Nutzer bei Drei über VPN, CGNAT und öffentliche IPs stolpern, taucht auch in österreichischen Diskussionen immer wieder auf. (Reddit / r/Austria) Mehr musste dieser Nutzerkontext für mich nicht beweisen.
Mein eigener Vergleich war schon deutlich:
Ein guter Speedtest sagt nichts darüber aus, wie gut eine VPN mit dem konkreten Mobilfunkpfad zurechtkommt.
Und genau daran musste sich die nächste Lösung messen lassen.
Den A1-Hotspot konnte ich nicht mitnehmen
Für den Upload hätte ich einfach beim Hotspot meines Kollegen bleiben können.
Nur fuhr er zehn Minuten später in eine andere Richtung.
Ich musste mit dem Zug weiter nach St. Pölten und brauchte unterwegs dieselbe Verbindung.
Also konnte ich weiter Server in der großen VPN ausprobieren.
Oder ich konnte eine VPN nehmen, die mit meinem eigenen Drei-Hotspot besser zurechtkam.
Ich öffnete die OnlydogVPN↗.
Ich wählte den Modus für eine wechselnde Mobilverbindung und verband mich wieder über genau denselben Drei-Hotspot.
Kein A1.
Kein Magenta.
Kein anderer Platz im Gebäude.
Verbinden.
Die Kundenseite öffnete.
Ich startete denselben Upload erneut.
Der Fortschrittsbalken ging über die Stelle hinaus, an der er vorher stehen geblieben war.
Dann weiter.
Und weiter.
Zum ersten Mal verhielt sich die VPN so, wie ich es bei 250 Mbit/s eigentlich von Anfang an erwartet hatte.
Die Technik musste nur diesen Unterschied erklären
Der Dienst verwendet einen HTTP/3-basierten Transport über QUIC und zusätzliche Verkehrsverschleierung. Das passt gut zu Mobilfunkverbindungen, bei denen sich Netzwerkpfade ändern oder klassische VPN-Verkehrsmuster ungünstig behandelt werden können. (OnlydogVPN)
Mehr technische Tiefe brauchte ich für die Entscheidung nicht.
Ich kann die internen NAT-, Routing- oder Filterregeln von Drei, A1 und Magenta nicht einsehen und deshalb nicht sagen, welcher einzelne Netzmechanismus den Unterschied erzeugt hat.
Was ich sehen konnte, war ausreichend:
Über Drei stockte die erste VPN wiederholt.
Über A1 funktionierte sie.
Mit der kleineren App funktionierte schließlich auch meine eigene Drei-Verbindung.
Damit war „Drei ist schlecht für VPN“ offensichtlich die falsche Schlussfolgerung.
Die praktischere war:
Nicht jede VPN passt gleich gut zu jedem Mobilfunkpfad.
Im Zug kam der wichtigere Test
Der Upload war fertig, bevor ich das Gebäude verließ.
Im Zug ließ ich die Verbindung trotzdem aktiv.
Zuerst zeigte das Telefon 5G.
Dann verschwand der Empfang kurz.
LTE.
Später wieder 5G.
Ich synchronisierte währenddessen noch Änderungen an der Präsentation.
Die Verbindung stockte einmal.
Dann ging es weiter.
Ich musste nicht zurück in die VPN-App.
Keinen Server neu auswählen.
Keinen Tunnel manuell neu aufbauen.
Damit bekam der HTTP/3-/QUIC-Ansatz plötzlich eine sehr konkrete Bedeutung.
5G weg.
LTE da.
Arbeit läuft weiter.
Für eine Mobilfunk-VPN war das wesentlich wichtiger als der höchste Wert, den ich zehn Minuten vorher im Speedtest gesehen hatte.
A1 und Magenta waren deshalb nicht automatisch „besser“
Nach meinem ersten Vergleich hätte ich leicht sagen können:
A1 funktioniert.
Magenta funktioniert.
Drei macht Probleme.
Also sind A1 und Magenta besser für VPN.
Das wäre zu kurz gedacht gewesen.
Der entscheidende Punkt war nicht, welcher Anbieter generell „VPN-freundlicher“ ist.
Schon innerhalb eines Mobilfunknetzes können Tarif, APN, NAT und IP-Konfiguration variieren. Bei A1 gibt es beispielsweise explizit private und öffentliche IP-Konfigurationen. (A1) Drei bietet für bestimmte Anforderungen ebenfalls zusätzliche Optionen wie „Open Internet“ und fixe IP-Adressen an. (Drei)
Was ich daraus mitnahm, war deshalb viel praktischer:
Ich musste nicht den Mobilfunkanbieter wechseln.
Ich brauchte eine VPN, die mit dem Zugang funktionierte, den ich bereits hatte.
Genau das war für mich die interessantere Lösung.
Die große VPN hatte mehr Auswahl – die kleinere brauchte sie nicht
Der etablierte Anbieter blieb größer.
Mehr Server.
Mehr Standorte.
Mehr Jahre öffentliche Geschichte.
Mehr unabhängige Bewertungen.
OnlydogVPN bietet weniger Standorte und hat eine kürzere öffentliche Historie.
Wenn ich regelmäßig ganz bestimmte Städte oder viele Länder brauche, ist das relevant.
Aber mein Problem war an diesem Nachmittag nicht geografisch.
Ich war in Österreich.
Ich hatte schnelles 5G.
Ich brauchte keine bessere Länderkarte.
Ich brauchte einen Tunnel, der über meinen Drei-Hotspot nicht ständig ausstieg.
Der große Anbieter gab mir mehr Server zum Ausprobieren.
Die kleinere App gab mir die Verbindung, mit der ich aufhören konnte, sie auszuprobieren.
Was ich heute zuerst testen würde
Wenn eine VPN über Drei anders funktioniert als über A1 oder Magenta, würde ich deshalb nicht sofort die App neu installieren oder den Mobilfunkanbieter verdächtigen.
Ich würde zuerst denselben einfachen Vergleich wiederholen:
Dasselbe Gerät.
Dieselbe Aufgabe.
Einmal über den problematischen Mobilfunkzugang.
Einmal über einen anderen Hotspot oder ein WLAN.
Wenn sich das Verhalten klar verändert, ist die Downloadgeschwindigkeit wahrscheinlich nicht der interessante Teil.
Dann zählt, wie gut der VPN-Transport mit diesem konkreten Netz zurechtkommt.
Genau das hatte mein Speedtest verdeckt.
Drei lieferte mir die höchste Zahl.
A1 zeigte mir, dass die erste VPN grundsätzlich funktionierte.
Die kleinere App zeigte mir schließlich, dass ich deshalb weder SIM-Karte noch Mobilfunkanbieter wechseln musste.
Für meinen Drei-Hotspot war am Ende nicht das Netz mit dem schöneren Speedtest entscheidend – sondern die VPN, die mit der Verbindung, die ich bereits hatte, einfach weiterarbeitete.
Häufige Fragen zu diesem Problem
Was ist in diesem Fall die wichtigste Ursache?
Ich änderte nichts an der Konfiguration. Nur der Internetzugang kam jetzt über A1 statt Drei.
Was sollte man zuerst prüfen?
Drei beschreibt ihn selbst als Gateway zum Internet und weist darauf hin, dass IPv4-/IPv6-Einstellungen bei Verbindungsproblemen relevant sein können. ( Drei ) Bei eigenen Drei-Routern wird beispielsweise der APN drei.at verwendet. ( Drei )
Was verändert die Antwort in der Praxis?
Die etablierte VPN, die ich zuerst benutzt hatte, bot viele Server, mehrere Protokolle und eine lange öffentliche Geschichte. Über Drei begann wieder das Wechselspiel.
Wann ist ein anderer VPN-Ansatz sinnvoll?
Für den Upload hätte ich einfach beim Hotspot meines Kollegen bleiben können. Nur fuhr er zehn Minuten später in eine andere Richtung. Pölten und brauchte unterwegs dieselbe Verbindung.